Volljährig – 5 Flüchtlinge müssen Heim verlassen

Wirbel um fünf mittlerweile volljährige Flüchtlinge: Sie müssen St. Gabriel verlassen und in ein Erwachsenenheim ziehen. Alle wurden am 1. Jänner 18 Jahre alt.
Die Debatte um die "auffälligen" Asylwerber aus St. Gabriel (Anm.: die als Minderjährige Ende November nach Drasenhofen kamen, dann wurde Drasenhofen geschlossen, 16 Teenager kamen in der Folge nach St. Gabriel) ist um eine Episode länger.

Denn: 5 Burschen wurden mit 1. Jänner 2019 volljährig. Sie zogen noch am Mittwoch in Erwachsenenquartiere um (bzw. sollten umziehen oder sind gerade dabei).

Caritas-Geschäftsführer Klaus Schwertner sagt dazu enttäuscht: "In Erwachsenenquartieren haben sie weniger Betreuung, können sich frei bewegen. Es hieß immer, es ginge um die Sicherheit der Bevölkerung, diese wäre in St. Gabriel sicherlich mehr gewährleistet. Es wäre möglich gewesen, die volljährigen Burschen in St. Gabriel zu behalten. Es besteht nämlich die Möglichkeit, die Kinder- und Jugendhilfe-Maßnahmen zu verlängern, maximal bis zum 21. Lebensjahr - stets nach individueller Prüfung in 6-Monats-Intervallen. Da wird jetzt Politik gemacht auf dem Rücken von sechs jungen Männern."

Die zuständige Landesrätin Königsberger-Ludwig winkte laut Schwertner aber ab: "Sowas hat es in Niederösterreich noch nie gegeben, heißt es. In anderen Bundesländer aber sehr wohl", so Klaus Schwertner.

CommentCreated with Sketch.86 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Waldhäusl enttäuscht

Asyllandeslandesrat Gottfried Waldhäusl (FP) stellt klar: "Was soll die Diskussion jetzt? Herr Schwertner und ich haben am 4. 12. in St. Gabriel eine schriftliche Vereinbarung getroffen, dass die Burschen bei Volljährigkeit in Erwachsenenheime kommen und es keine Verlängerung gibt. Ich bin enttäuscht, dass sich kirchliche Institutionen nicht an Verträge halten wollen, zumal Herr Schwertner den Vertrag sogar persönlich unterzeichnet hat." Der FP-Mann weiter: "Die Flüchtlinge sind jetzt quasi nur mehr in der Warteschleife bis zur Abschiebung."

Doch nicht Texing

Sechs der insgesamt 17 Flüchtlinge wurden per 1.1. 2019 volljährig und ziehen um (Anm.: darunter sind auch drei, die eine oder einige Vorstrafen haben) - nicht dabei sind jene zwei Afghanen, die am Dreikönigstag für einen Polizeieinsatz in St. Gabriel gesorgt haben ("Heute" berichtete). Die beiden Afghanen sind erst 16 bzw. 17 Jahre alt. Laut Caritas sollten die fünf jungen Männer nach Texing (Melk; 2 Männer) und Hainfeld-Bernau (Lilienfeld; 3 Männer). Nur: in Texing ist niemand geringer Bürgermeister als der Ex-VPNÖ-Manager und jetzige zweite nö. Landtagspräsident Gerhard Karner. Seit kurzem steht fest: Die Burschen kommen fix nicht nach Texing. Wohin sie stattdessen dauerhaft kommen, ist noch kommuniziert worden.

"Pizza kein Sicherheitskonzept"

Mödlings Bürgermeister Hans Stefan Hintner zu den jüngsten Vorfällen in St. Gabriel: "Es wurde von der Caritas eine engmaschige Betreuung garantiert. Wenn ein Betreuer attackiert wird, hat die Caritas dies offensichtlich nicht 100 %-ig im Griff. Pizza essen mit den Burschen ist kein Konzept, es tut mir leid." Wie berichtet hatte Mödlings Bürgermeister Hintner zur Verlegung der Jugendlichen im Dezember nach St. Gabriel Sicherheitsbedenken geäußert. "Obwohl ich sagen muss, in Mödling selbst hat es seither nichts gegeben", wirft Hintner ein.

(Lie)

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