Vom Geländewagen zum Luxus-SUV

Mehr als 25 Jahre wurde die erste Range-Rover-Generation gebaut. Dabei hat er sich mächtig gewandelt. Kundenwünsche wirkten sich auf Design und Ausrüstung aus.
Nach rund vier Jahren Entwicklungszeit wurde im Juni 1970 der Range Rover vorgestellt. Unter der eleganten Alu-Karosserie befanden sich wie beim Land Rover ein Leiterrahmen und zwei Starrachsen. Als Motor wählten die Rover-Ingenieure den Leichtmetall-V8, einst von Buick übernommen, der mit einem Vierganggetriebe gekoppelt wurde.

Das Ergebnis waren 132PS, die 1.770 kg zu bewegen hatten. Besondere Details des dreitürigen Range Rovers waren die umklappbare Rückbank und die zweiteilige Heckklappe, bei der das Fenster nach oben, der Deckel nach unten aufklappte.

Konkurrenz für den Ur-Range-Rover

Die erste große Neuerung kam im Jahr 1980, als Monteverdi in Zusammenarbeit mit dem Hersteller eine viertürige Version anbot. Ab 1981 wurde diese dann leicht modifiziert im Werk gebaut. Ab 1982 gab es auch eine Automatikvariante, ab 1985 eine Einspritzung anstatt der Vergaser.

CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Mehr und mehr wandelte sich der urige Geländewagen so zum Komfort-SUV, so gelangten Leder und Klimaanlage, elektrische Fensterheber und Zentralverriegelungen in die Ausstattungsliste. Dazu passte, dass mit dem "Vogue" eine Luxusvariante präsentiert wurde. Der Hubraum des V8-Motors wuchs auf 3,9 Liter, einen Kat gab es ab 1987.

1992 erschien dann noch eine um 20,5 cm verlängerte Variante, die mehr Platz und nun 4,2 Liter Hubraum bot. 1994 erschien der Nachfolger P38A, allerdings wurde der nun "Classic" genannte Ur-Range-Rover noch bis 1996 weitergebaut. Etwa 330.000 Exemplare entstanden im Ganzen.

Elegante Schale für ein Arbeitstier

Von außen wirkt ein früher Range Rover immer noch modern und durchaus elegant. Wenn man aber einsteigt, dann fällt die Verwandtschaft zum Geländewagen sofort auf: Gummibodenbeläge, grobschlächtiger Schalthebel, einfacher Instrumenten-Cluster und wenig Komfortattribute.

Beim Fahren spürt und hört man die Mechanik, das Vierganggetriebe will mit Nachdruck geschaltet werden, die Karosserie wankt und die große Querschnittsfläche, kombiniert mit einer nicht im Windkanal entstandenen Aerodynamik, bremst den 3,5 Liter großen V8-Motor ein.

Aber ein Sportwagen will der Range Rover gar nicht sein. Trotzdem kommt man flott voran, das Fahren macht Spaß, und an "Involvement" fehlt es nicht.

Komfortattribute der 1990er-Jahre

Da ist der fast 20 Jahre später entstandene Range Rover SEi Vogue ein ganz anderes Kaliber. Er wirkt schon von außen etwas edler dank Alurädern, versteckten Türscharnieren und elegantem Streifen auf der Flanke. Zudem bietet er vier Türen und im Innern viel Leder, weiche Teppiche und sogar Holzfurniere. Die Scheiben werden nun elektrisch gehoben, die Gänge automatisch gewechselt.

Die vielen Komfortverbesserungen haben das Wagengewicht allerdings um rund 200 Kilogramm ansteigen lassen. Da ist man froh, dass auch der Motor mitgewachsen ist. Trotz der nun 182 PS will der moderne Range Rover nicht sportlicher wirken, er ist eher der geborene Cruiser. Aus hoher Warte beobachtet man das Treiben des Verkehrs.

Spaß machen sie beide, die frühe Variante ist ein Wagen für aktive Autofahrer mit der Liebe zum Besonderen, das spätere Modell etwas für komfortbezogene Naturen, die den Range Rover Classic auch gern im Alltag und überall einsetzen wollen.

Weitere Informationen und Bilder zu den beiden Range Rovern gibt es, genauso wie Tonmuster und Originalunterlagen, auf www.zwischengas.com.

(red)

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