Die Geschichte rund um A23a, den ehemaligen Giganten unter den Eisbergen, geht zu Ende. Nach einer langen und abenteuerlichen Reise hat sich der Koloss im vergangenen Jahr rasant verkleinert, ist auseinandergebrochen und mittlerweile fast völlig zerfallen.
Anfang März zeigen aktuelle Satellitenaufnahmen laut 20 Minuten, dass vom Eisriesen kaum mehr etwas übrig ist.
A23a hatte ursprünglich eine Fläche von etwa 4.000 Quadratkilometern - das ist in etwa so groß wie das Burgenland. 1986 löste er sich vom Filchner-Ronne-Schelfeis in der Antarktis und blieb jahrzehntelang am Meeresgrund stecken. Erst im Jahr 2000 kam er frei, geriet in zirkulierende Strömungen und trieb dort jahrelang umher. Im November 2023 verließ er dann plötzlich die antarktischen Gewässer und driftete rasch nach Norden.
Ende Dezember - im Hochsommer der Südhalbkugel - setzte dem Eisberg auch noch warme Luft ordentlich zu. Auf den Satellitenbildern leuchteten hellblaue Stellen auf seiner Oberfläche.
"Es war wunderschön anzusehen, aber zugleich ein deutliches Zeichen dafür, dass der Eisberg sowohl von oben als auch von unten schmolz", sagte Mike Meredith von der British Antarctic Survey in Cambridge der BBC. "Da wurde uns klar, dass er immer instabiler wurde und nicht mehr lange bestehen würde."
Die letzte Messung vom Donnerstag, 5. März, zeigt: A23a misst nur noch rund 180 Quadratkilometer. Damit hat er bereits 95,5 Prozent seiner ursprünglichen Fläche verloren.
Dass Eisberge, die so weit nach Norden driften, irgendwann zerfallen, ist nichts Ungewöhnliches. Wärmere Meerestemperaturen und veränderte Wetterbedingungen sorgen dafür, dass sie schneller schmelzen. Auch A23a wird wohl bald ganz verschwunden sein - wie schon viele andere Eisberge vor ihm.