Bis Sonntagmittag habe er noch auf eine vierte Amtszeit gehofft. am Dienstag musste Alexander Wrabetz den Plan endgültig begraben. Der ÖVP-Wunsch war den meisten Stiftungsräten Befehl:
Um 10 Uhr startete die Sitzung am Küniglberg, schon um 15 Uhr war Weißmanns Wahl fix.
Neben den 16 ÖVP stimmten die drei grünen, vier von fünf unabhängigen Stiftungsräten und der Vorsitzende Norbert Steger (FPÖ) für den Wunschkandidaten von Kanzler Kurz. Wrabetz bekam sechs Stimmen, Lisa Totzauer fünf.
Im Protokoll festgehalten wurde, dass Wrabetz bis zum Ende seiner Amtszeit Weißmann in alle Entscheidungen einbindet. Bei seiner Wahl 2006 hatte sich Wrabetz dieses Recht zusichern lassen.
Hält sich der scheidende Generaldirektor ("Ich wurde abgesetzt") nicht an die Abmachung, drohten "juristische Auswirkungen", so Steger.
"Ich trage die alleinige Verantwortung, was in den nächsten vier Monaten geschieht", so Wrabetz. Auch die Führung des neuen Newsrooms will er noch besetzen. Dezidiert nannte er Armin Wolf (Digitales), Gaby Waldner (Journale) und Matthias Schrom (TV).
Dem Nachfolger empfahl der Noch-General: "Die nächsten Monate gut zuhören, welche Ratschläge ich ihm gebe."
Noch heuer muss Wrabetz dem Stiftungsrat die Gebührenerhöhung vorschlagen. Da soll Weißmann mit dabei sein.