Ab 8.30 Uhr berät die Regierung am Mittwoch im Kanzleramt mit Experten und Landeshauptleuten (einige wie Wiens Michael Ludwig vor Ort, manche wie Kärntens Peter Kaiser per Video zugeschaltet) über neue Corona-Regeln. Was dabei debattiert wird, ist unklar, denn der Kanzler hatte im ORF schon Montagabend die Linie festgelegt: Lockdown höchstens für Ungeimpfte, 1G nur, wenn wirklich nötig. Die von der SPÖ regierten Länder reagierten wütend, was wiederum Kanzleramtsministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) ausrücken ließ. "Die Pandemiebekämpfung ist nicht der richtige Ort für Eitelkeiten", sagte sie.
Auch der ÖVP-Koalitionspartner war düpiert. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein hatte tagelang von einem "sehr konkreten Plan" gesprochen, den er aber geheim hielt. Jetzt kann er sich davon verabschieden. Die Grünen gaben sich trotzdem (wieder einmal) gelassen. "Es gibt einen intensiven Austausch. Die Maßnahmen sind im Wesentlichen fertig, werden fein geschliffen und mit den Landeshauptleuten besprochen", so Vizekanzler Kogler. Er stimme jedenfalls "völlig" mit Kurz überein.
Auch das Gesundheitsministerium war auf Linie, erlaubte sich nur einen Mini-Seitenhieb auf Kurz. "Die Pandemie ist dann vorbei, wenn die WHO diese für beendet erklärt." Und: Ex-Gesundheitsminister Anschober meldete sich gestern wieder einmal via Twitter zu Wort: Er forderte indoor FFP2-Masken und die Rückkehr des Babyelefanten.