Vorwurf: War Ex-Neonazi an FPÖ-Bericht beteiligt?

(v.l.) die FPÖ-Expertenkomission Thomas Grischany, Andreas Mölzer, Christian Hafenecker, Wilhelm Brauneder, und Michael Wladika bei der Präsentation des FPÖ-Historikerberichtes
(v.l.) die FPÖ-Expertenkomission Thomas Grischany, Andreas Mölzer, Christian Hafenecker, Wilhelm Brauneder, und Michael Wladika bei der Präsentation des FPÖ-HistorikerberichtesBild: picturedesk.com
"SOS Mitmensch" meint, Indizien zu haben, dass ein FPÖ-Mitarbeiter mit Neonazi-Vergangenheit am "Historikerbericht" der FPÖ mitgearbeitet hat.
Kritik am Bericht der FPÖ-Historikerkommission zu den "braunen Flecken" der Freiheitlichen Partei gibt es zur Genüge. Nun meint "SOS Mitmensch", Indizien gefunden zu haben, dass ein FPÖ-Mitarbeiter mit Neonazi-Vergangenheit am Bericht beteiligt war.

"SOS Mitmensch" sei von einem "Datenexperten und Menschenrechtsaktivisten" darauf hingewiesen worden, dass der im Internet veröffentlichte Bericht "den Metadaten des Dokuments zufolge von einer Person erstellt wurde, die das Kürzel 'erhart' verwendet", heißt es in einer Aussendung.

FPÖ-Pressereferent mit Vapo-Vergangenheit

Der Verdacht liege nahe, dass es sich dabei um Hubert Erhart, Pressereferent im FPÖ-Parlamentsklub, handle. Dieser hatte in der Vergangenheit enge Kontakte zu der von Neonazi Gottfried Küssel gegründeten Vapo-Gruppe. Erharts Neonazi-Vergangenheit war auch bereits im Jahr 2017 Thema.

CommentCreated with Sketch.12 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Er gab damals zu, in den 1980er und 1990er Jahren Teil von Küssels "Volkstreuer Außerparlamentarischer Opposition" (Vapo) gewesen zu sein. "Ich war einmal jung und dumm" und "das ist 30 Jahre her", distanzierte er sich damals gegenüber der APA. Seitdem habe er keine Kontakte mehr zur Neonazi-Szene, so Erhart.

"An Lächerlichkeit kaum zu überbieten"
Gegenüber "Heute.at" zeigt man sich in der Freiheitlichen Partei über den Vorwurf empört. "Das ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten", so ein Sprecher. Erhart habe selbstverständlich nicht inhaltlich am Bericht mitgearbeitet. "Er hat lediglich den Bericht in eine PDF-Datei umgewandelt, um ihn zum Download zur Verfügung zu stellen – das liegt in seinem Aufgabenbereich als Pressereferent", heißt es gegenüber "Heute.at". (hos)

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