VP-Chef Juraczka hofft auf "untaktische" Wähler

In sechs Tagen wählt Wien. "Heute" stellt bis Freitag die Spitzenkandidaten der größten antretenden Parteien vor. Diesmal sprachen wir mit Wiens VP-Chef Manfred Juraczka.

.

"Heute": Sie sind mit dem Auto da. Macht Auto fahren in Wien noch Sinn?

Manfred Juraczka: "Wir sind alle Fußgänger, Öffi-Fahrer und viele auch manchmal Autofahrer. Man sollte Wahlfreiheit haben." 

"Heute": Hat man die nicht?

Juraczka: "Die Grünen teilen die Verkehrsteilnehmer in Gute und Böse. Jene, die man fördert, und jene, die man ausbremst. Parken kostet am Wienerwald das Gleiche wie in der City. Das hat null Lenkungseffekt. Man muss die 300.000 Einpendler so früh wie möglich zum Umstieg auf Öffis motivieren. Auch die grünen Pläne zur Beruhigung von Durchzugsstraßen sollen einem das Autofahren vermiesen." 

"Heute": Wird die ÖVP im rot-blauen 'Duell um Wien' zerrieben?

Juraczka: "Diese Zuspitzung ist im Sinne von SPÖ und FPÖ, es wird dieses Duell so aber nicht geben. Man sollte sich das gut überlegen – und nicht taktisch wählen." 

"Heute": In Umfragen liegt die ÖVP bei etwa 10 %, Sie wollen 14 % schaffen …

Juraczka: "Rot-Grün hat in den letzten fünf Jahren nur Operetten-Themen bespielt. Wenn man davon weg will, sind wir die einzig vernünftige Alternative. Wir haben unsere Pläne für Wirtschaft, Bildung und Verkehr klargemacht." 

"Heute": Sie schließen eine Koalition mit Strache nicht aus. Wer ist Ihr Wunschpartner?

Juraczka: "Es geht nicht um Sympathien, ich habe mit Häupl und Strache eine gute Gesprächsbasis. Mit der SPÖ muss sich tunlichst was in der Wirtschaftspolitik ändern. Bei der FPÖ tue ich mir irrsinnig schwer, die sind überhaupt nur in der Opferrolle. Inhaltlich kommt sehr, sehr wenig. Wenn Strache zum Arbeitsmarkt nur 'Ausländer raus' einfällt, ist das sehr mau."

"Heute": Ihre Koalitionsbedingungen?

Juraczka: "Eine andere Verkehrspolitik ohne Autofahrer- Schikanen; weg mit dem besonders feigen Valorisierungsgesetz, das automatisch Abgaben erhöht; Schuldenbremse." 

"Heute": Ihre Bilanz zu fünf Jahren Rot-Grün in Wien?

Juraczka: "Rekord-Arbeitslosigkeit, Autofahrer-Schikanen und eine Fußgängerzone. Das ist am Ende des Tages ein bisschen flau." 

Steckbrief

Name: Manfred Juraczka (46)

Familie: verheiratet, Sohn (14)

Beruf: Politikwissenschafter

Wohnbezirk: Hernals

Sternzeichen: Steinbock

An Wien mag ich …: die Wiener

An Wien mag ich nicht …: die rot-grüne Stadtregierung

Ich bin: motiviert und ambitioniert

Ich will sein: in der Stadtregierung

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account red Time| Akt:

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen