VS-Engerl erzählt: "3 Tage Null-Diät, wurde ohnmächtig"

"Ich war innerlich eigentlich tot", erzählt Supermodel Bridget Malcolm. Sie erhebt schwere Vorwürfe gegen den Lingerie-Konzern Victoria's Secret
"Ich war innerlich eigentlich tot", erzählt Supermodel Bridget Malcolm. Sie erhebt schwere Vorwürfe gegen den Lingerie-Konzern Victoria's Secretimago images/ZUMA Wire
Man könnte meinen, es brauche "Rundungen" für Dessous. Doch Unterwäsche-Gigant "Victoria's Secret" verlangte von Bridget Malcolm, weiter abzumagern. 

Sie war eine der berühmten "Angels", die in der jährlichen Fashion Show den vermeintlichen Traum vieler Frauen lebte: Sie durfte als Model über den Laufsteg von Victoria's Secret. Doch wenn Bridget Malcolm heute die Show ansieht, meint sie: "Ich war innerlich tot." Psychisch am Ende, ihr Körper durch die vielen Diäten gezeichnet - ihre Menstruationsblutung setzte bereits aus - berichtet sie dem TV-Format "60 Minutes Australia" von einem toxischen Arbeitsumfeld in der Mode(l)welt. Vor allem Victoria's Secret setzte sie massiv unter Druck. 

2017 war dann Schluss bei Victoria's Secret, weil sie 2 Zentimeter "zu viel" auf den Rippen hatte. Was folgte, waren zwei Jahre Psychotherapie und eine Modeling-Pause, um sich wieder aufzurappeln. Malcolm war in der Mode-Industrie groß geworden. Sie startetet bereits im zarten Alter von 15 Jahre und legte einen steilen aber steinigen Aufstieg hin. 

"Ich wurde schon als Teenie von viel älteren Männern in der Industrie belästigt", erzählt das Model. Doch das war nicht alles.

"Profi-Tipps": Koks und Sex für die Gewichtsabnahme

"Ich war minderjährig und mir wurde unter anderem geraten, für die Gewichtsabnahme Koks zu nehmen oder mehr Sex zu haben", erzählt Bridget Malcolm. Alles Tipps, die ihr während ihrer "Hochblüte" als Model unterkamen. "Als ich einmal nicht länger als drei Tage ohne Essen auskam und ständig ohnmächtig wurde, habe ich mich wie eine Versagerin gefühlt", erinnert sie sich heute. 

Doch wie es in der Modeindustrie oft die Regel ist: Je dünner sie wurde, je unglücklicher sie war, desto erfolgreicher war sie.

Bridget Malcolm gilt als eines der erfolgreichsten, australischen Models der letzten Jahre. Sie war auf fast allen Mode-Magazinen zu sehen, lief für Victoria's Secret über den Laufsteg.

Sexuelle Belästigungen, gefährliche Diäten und Erniedrigungen waren an der Tagesordnung, wie Bridget Malcolm dem TV-Format "60 Minutes Australia" erzählte. Nach zwei Jahren Psychotherapie, hat sie ein neues Leben gestartet und arbeitete unter anderem für die UNO. 

Auf die Frage, warum sie nicht aufhörte, antwortete Bridget Malcolm: "Ja, das stimmt, aber ich wurde über lange Zeit kontrolliert. Es war eine traumatische Erfahrung und ich hoffe, ich erlebe das nie wieder." 

Die Victoria's Secret Show wurde übrigens mittlerweile eingestellt. Das Unternehmen versucht seit einiger Zeit einen neuen Kurs einzuschlagen. Bis jetzt scheint es nicht zu glücken. In den letzten Jahren ging der Umsatz stark zurück.

Die Jeffrey-Epstein-Connection

Victoria's Secret hat eine lange Geschichte an Missbrauchsvorwürfen. Sogar Jeffrey Epstein, verurteilter Sex-Täter, "rekrutierte" Models, versprach ihnen die große Karriere und lockte sie in abgelegene Häuser. Das war möglich, weil er ein Freund von Les Wexner, Eigentümer des Dessous-Giganten, war. Wexner distanzierte sich Jahre später von den Vorwürfen, behauptete, er hätte von den Praktiken nichts gewusst.

Toxische Firmenkultur: Victoria's Secret zahlte Millionen

Auch um den Ex-Geschäftsführer Ed Razek gibt es zahlreiche Verfahren und außergerichtliche Vergleiche. "Die Liste an Angestellten, die wegen sexueller Belästigung Knebelverträge bekamen und ausgezahlt wurden, ist sehr lang", berichtet eine Ex-Mitarbeiterin, die von Razek wegen ihres Aussehens gemobbt wurde. Auch die Razek-Aussage, er wolle einen "Männer-Traum" mit der Fashion-Show verkaufen, war lange in der Kritik. Dies führte schließlich zu seinem Rücktritt. 

Erst im August 2021 klagte der US-Bundesstaat Oregon den Konzern wegen "systematischem Missbrauch". Victoria's Secret willigte schließlich ein, 90 Millionen US-Dollar (ca. 80 Millionen Euro) zu bezahlen. Das Geld wurde allerdings nicht unter den Opfern aufgeteilt, sondern geht an die Pensionskassa von Oregon und Aktieneigentümer.

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