Mit dem e-Golf bringt VW nach dem e-up! das zweite rein elektrisch betriebene Fahrzeug auf den Markt.
Zu erkennen ist der e-Golf an einer geänderten Frontschürze mit auffälligen LED-Leuchten und Voll-LED-Scheinwerfern, einer geänderten Aerodynamik und einem speziellen Felgendesign.
Auch Innen erkennt man auf Anhieb die Änderungen, so kommt statt dem Drehzahlmesser eine Energieanzeige zum Einsatz, die den Fahrer zeigt ob er gerade Energie abruft, oder durch Rekupertion wieder gewinnt.
Serienmäßig verfügt der e-Golf zudem noch über das Navigationssystem Discover "Pro" mit 8"-Touchscreen, 7 Airbags, die Multikollisionsbremse, eine 2-Zonen-Klimaanlage ,die Müdigkeitswarnung und "CarNet" für ein Jahr. Mit CarNet kann man via Smartphone den Ladestatus bzw. das ganze Auto überwachen und zum Beispiel auch die Klimaanlage aktivieren.
Startpreis ab 35.590 Euro
Der Preis für den schon sehr gut ausgestatteten e-Golf liegt bei 35.590,- Euro und damit nur rund 3.000,- Euro über dem Preis eines gleich gut ausgestatteten Diesel-Golf.
Als Antrieb kommt ein 115 PS (85 kW) starker Elektromotor zum Einsatz, der seine Energie aus einer 24,2 kWh großen Batterie geliefert bekommt. Die Batterieeinheit hat 318 Kilogramm und ist zwischen den Achsen untergebracht. Das Kofferraumvolumen schrumpft so nur geringfügig gegenüber den anderen Golf-Modellen auf 343 Liter.
Sein maximales Drehmoment von 270 Nm stellt der E-Motor zwischen 0 und 3.000 U/Min zur Verfügung, womit der e-Golf über hervorragende Sprint-Qualitäten verfügt.
In nur 4,2 Sekunden erreicht man schon Tempo 50 km/h, nach 10,3 Sekunden ist man 100 km/h schnell unterwegs. Damit die Reichweite nicht zu sehr leidet, ist die Höchstgeschwindigkeit auf 140 km/h elektronisch begrenzt.
Reichweite bis zu 190 Kilometer
So soll der e-Golf immerhin 130 bis 190 Kilometer mit einer Batterieladung schaffen, je nachdem in welchen Modus und wie sparsam man unterwegs ist. Der Ladevorgang dauert je nach Lademöglichkeit zwischen 30 Minuten (CCS-Ladestation) und 13 Stunden (Haushaltssteckdose).
Bei einer rund 30 Kilometer langen Tour durch Berlin sind am Ende der Fahrt noch 135 Kilometer Restreichweite übrig geblieben. Dabei haben wir die Testdistanz im "Normalmodus" zurück gelegt, bei der die volle Leistung und auch Klimatisierung geboten wird.
Neben dem Normalmodus stehen auch noch der "Eco" und "Eco+"-Modus zur Wahl. Im sparsamsten Modus wird die Motorleistung auf 50 kW reduziert und man muss auf die Klimaanlage verzichten, was somit eher als Notprogramm gewertet werden kann, um noch sein Ziel zu erreichen, wenn lediglich ein paar Kilometer Reichweite fehlen.
Rekuperation erhöht Reichweite
Die Schaltung erfolgt über ein 1-Gang-Automatikgetriebe, bei dem der Fahrer die Möglichkeit hat, drei Rekuperationsstufen zu wählen. Nimmt man den Fuß vom Gas, setzt je nach gewählter Stufe eine unterschiedliche Motorbremswirkung ein, und die Batterien werden wieder mit der zurück gewonnen Energie versorgt.
Durch den niedrigen Schwerpunkt liegt der Golf auch hervorragend auf der Straße, obwohl er ganz auf Komfort getrimmt ist.
Für jene die mit der Reichweite das Auslangen finden, ist der e-Golf sicher eine sehr interessante Alternative, da er preislich nicht mehr so weit von den anderen Modellen entfernt ist, in der Erhaltung aber wesentlich günstiger kommt.
Die Strecke von 100 Kilometern ist derzeit mit 3,30 Euro zu bewältigen, womit er wesentlich günstiger als jeder Diesel ist. Zudem ist auch die Wartung billiger.
Stefan Gruber,