Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien will die Ermittlungen gegen Volkswagen wegen der manipulierten Abgaswerte abgeben - und zwar nach Deutschland. Dies geschehe in Abstimmung mit anderen europäischen Staaten, um alle Kräfte an einer zentralen Stelle zu bündeln.
In Österreich dürfte es Hunderttausende Kunden von Volkswagen geben, die von den Manipulationen betroffen sind. Wie außerdem am Wochenende bekannt wurde, entdeckten US-Behörden nun , Teil des VW-Konzerns.
Die heimische Staatsanwaltschaft ermittelt wegen schweren Betrugs, vorsätzlicher Beeinträchtigung der Umwelt und Steuerhinterziehung (ein niedrigerer CO2-Ausstoß bedeutet niedrigere Steuern in Form der NOVA) - allerdings offiziell noch gegen unbekannt. Alexandra Baumann, Sprecherin der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft, erklärte auf Ö1, man habe die Staatsanwaltschaft Braunschweig gebeten, den Fall zu übernehmen: "Dem Antrag ist ein europaweites Koordinierungstreffen voraus gegangen, in dem dieses Vorgehen als zweckmäßig erachtet wurde."
Die Ermittler in Braunschweig hätten schon eine Vielzahl an Beweise gesichert. Die Idee dahinter ist, sich europaweit an einer zentralen Stelle mit dem Fall zu befassen, anstatt in mehreren einzelnen EU-Staaten.
Heimische Anwälte wie der Linzer Michael Poduschka sehen dies aber kritisch, da er "nicht verstehe, wie die deutsche Staatsanwaltschaft Umweltdelikte in Österreich untersuchen soll."
Pötsch im Visier
Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig bestätigt, dass man gegen den VW-Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Dieter Pötsch ermittle. Bisher wurde gegen VW-Markenchef Herbert Diess und den früheren VW-Boss Martin Winterkorn ermittelt, allerdings haben sich Verdachtsmomente gegen Pötsch "aktuell ergeben", so ein Sprecher der Behörde. Details wollte er jedoch nicht nennen.