Bäume gelten als wichtige Helfer im Kampf gegen die Klimakrise. Sie nehmen Kohlendioxid aus der Luft auf und wandeln es durch Fotosynthese in Glukose um. Dabei binden sie einen Teil des Kohlenstoffs in ihrem Holz.
Doch jetzt zeigt eine neue Studie: Die bisherigen Annahmen sind zu optimistisch.
Wie der Spiegel berichtet, haben Forschende rund um Rao von der Columbia University in New York herausgefunden, dass mehr Fotosynthese nicht automatisch zu mehr Baumwachstum führt. "Wir haben festgestellt, dass dies nicht der Fall ist: Mehr Fotosynthese bedeutet nicht zwangsläufig mehr Baumwachstum in der Zukunft", erklärt Rao.
Die Forschenden untersuchten Eichen an verschiedenen Standorten in den USA. Das Ergebnis: An den Standorten in den östlichen USA wuchsen die Bäume nur von Mai bis Juli, obwohl sie bis weit in den Oktober hinein Fotosynthese betrieben. Rund 36 Prozent der Kohlenstoffaufnahme erfolgte erst im Spätsommer - also nach der Phase des Baumwachstums.
"Sobald Trockenheit und Hitze herrschen, stoppt das Wachstum nahezu sofort, während die Fotosynthese offenbar mit leicht verringerter Intensität weiterläuft", so Rao. Der nach dem Wachstumsstopp aufgenommene Kohlenstoff werde stattdessen für neue Blätter oder das Wachstum im Folgejahr verwendet.
Laut dem Forscher sei es daher "wahrscheinlich", dass die bisherigen Prognosen darüber, wie viel Kohlenstoff Bäume in einer CO2-reichen Zukunft speichern können, überdacht werden müssen. Noch sei unklar, wie stark diese Entkopplung von Fotosynthese und Baumwachstum bei anderen Baumarten und in anderen Regionen ausfällt.