Waffen bei Kinderfasching verboten: FPÖ alarmiert

Sollen Kinder bei Faschingsfesten Waffen tragen, wenn diese zu ihren Kostüm gehören? Darüber ist nun ein Streit zwischen Kinderfreunden und der FPÖ entbrannt.
Cowboys ohne Colt, Indianer ohne Pfeil und Bogen, Polizisten ohne Pistole. Darf das sein? Ja, sagen die Kinderfreunde – und erließen bei ihrem gestrigen Faschingsfest im Rathaus ein (Spielzeug-)Waffenverbot.

"Heuchelei der sozialdemokratischen Kinderfreunde"

Das lies bei FPÖ-Kultursprecher Volker Reifenberger die Narrenkappe hochgehen: "Diese Heuchelei der sozialdemokratischen Kinderfreunde darf nicht unwidersprochen bleiben", gab er via Aussendung den Sheriff. Er fordere zwar keine Spielzeugwaffen im Kinderfasching, aber er spreche sich klar gegen ein Verbot davon aus. "Die Eltern und Kinder sollten das selbst entscheiden können! Dies ist Ausdruck einer liberalen Gesellschaft im Gegensatz zur links-linken Verbotskultur", so Reifenberger.

Cowboys ohne Waffe "sinnbefreit"

Kostüme wie Cowboy und Indianer seinen ohne Spielzeugwaffen "sinnbefreit", die Kinderfreunde würden versuchen, "klassische männliche Rollenbilder auszulöschen", so der blaue Nationalrat. "Wir sind alle mit Spielzeugwaffen im Kinderfasching aufgewachsen und ich bin der Meinung, dass es uns nicht geschadet hat", so Reifenberger abschließend.

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"Waffen sind kein Spielzeug"

"Waffen sind kein Spielzeug. Das ist die Position der Kinderfreunde seit mehr als 100 Jahren", so Christian Morawek, Geschäftsführer der Wiener Kinderfreunde. Faschingskostüme würden auch ohne Waffen Sinn machen, sie würden Kindern vermitteln, dass Waffen "nichts mit männlichen Rollenbildern zu tun haben, und eine liberale Gesellschaft ohne Spielzeugwaffen auskommt", so Morawek weiter.

Kinderfreunde-Chef wird "angst und bang"

"Wenn der FPÖ Kultursprecher Reifenberger per Aussendung genau das Gegenteil behauptet wird mir angst und bang. Wohin dieses Gedankengut führt, zeigen uns die Schlagzeilen der letzten Wochen. Wir Kinderfreunde sind sehr besorgt, wenn solche waffenverherrlichende Positionen von Menschen vertreten werden, die in unserem Parlament über unsere Gegenwart und Zukunft mitentscheiden dürfen", schießt der Kinderfreunde-Chef scharf zurück.

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