Der Korruptions-Untersuchungsausschuss stand am Mittwoch ganz im Zeichen der wortlosen Kommunikation. Der VP-nahe Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly schwieg größtenteils.
Bei den meisten Fragen der Abgeordneten verwies Mensdorff-Pouilly auf seinen Status als Beschuldigter in der Telekom-Affäre und entschlug sich der Aussage: "Es geht nicht beides gleichzeitig: Strafverfahren und hier." Einzig zu rein jagdlichen Themen gab sich der Lobbyist sehr gesprächig. Versichert hat Mensdorff-Pouilly allerdings, dass er niemals einen Politiker bestochen habe.
1,1 Millionen Euro - aber wofür?
Mensdorff-Pouilly hatte von der teilstaatlichen Telekom Austria in den Jahren 2008 und 2009 rund 1,1 Mio. Euro erhalten, was er dafür tat sagte er nicht. Er wollte nicht einmal bestätigen, ob die Unterschrift auf einem Schriftstück die seine sei. Vor den Ermittlungsbehörden soll Mensdorff ausgesagt haben, er habe die für die Telekom erstellte handgeschriebene Studie vernichtet. Das Beraterteam von Mensdorff für die Telekom bestand laut der den Behörden vorliegenden Beraterliste primär aus Hilfskräften auf Basis von freien Mitarbeitern.
+++ Das Leben des Alfons Mensdorff-Pouilly +++
Auf eine Frage des BZÖ-Abgeordneten Stefan Petzner bestätigte Mensdorff, dass auch FPK-Obmann Uwe Scheuch bei einer Jagd dabei war. Eingeladen gewesen sei er von einem Kunden, meinte Mensdorf. Mit diesem sei Scheuch befreundet, den Namen nannte er nicht. Dies unterliege dem Geschäftsgeheimnis. "Wenn ich alle Kunden nenne, habe ich bald keine mehr", so Mensdorff-Pouilly.
"Keine Bestechung"
Zurückgewiesen wurde von Mensdorff allerdings der von Pilz in den Raum gestellte Verdacht, er sei angesichts zahlreicher Barentnahmen aus seinen Unternehmen ein "Geldwäscher". "Ich habe nie in meinem Leben einem Politiker, einer Politikerin, einer politischen Partei, einer politisch nahestehenden Organisation irgendeine finanzielle Unterstützung, Sponsoring, Spende, Bestechung - was auch immer gemacht. Das, was ich gemacht habe, sind Wirtschaftsaktionen, aber keine Bestechung." Auch "dieses dauernde ÖVP-nahe hin oder her" könne er nicht mehr hören, denn er sei kein ÖVP-Mitglied, so Mensdorff.