Ukraine

So will Putins Scherge Schande für Kreml abwenden

Der Ukraine-Krieg hält an – vor allem im Osten des Landes, wo die Wagner-Söldner um Bachmut kämpfen. Nun spricht ihr Chef über das Ziel der Gruppe.

20 Minuten
Jewgeni Prigoschin äußert sich zum erklärten Ziel seiner Söldner-Gruppe.
Jewgeni Prigoschin äußert sich zum erklärten Ziel seiner Söldner-Gruppe.
via REUTERS

Jewgeni Prigoschin, der Anführer der russischen Söldnergruppe Wagner, machte am Samstag erneut mit Aussagen zum Ukraine-Krieg auf sich aufmerksam. In einem Video spricht er über das Ziel der ihm unterstehenden Kämpfer. Das Ziel der Söldner sei demnach ein "einfaches" – man wolle eine "Schande" abwenden, die Russland vonseiten der westlichen Regierungen zugefügt werde.

"Was ist unser Ziel? Warum kämpfen wir? Das Ziel ist einfach. Keine Schande für russische Waffen, keine Schande für Russland", sagte Prigoschin in der auf Telegram veröffentlichten Videobotschaft. "Russland nicht an den Punkt kommen zu lassen, an dem es kollabiert." 

Prigoschin im medialen Mittelpunkt

Der Söldner-Chef holte weiter aus: "Höchstwahrscheinlich ist dies das Ziel der amerikanischen und britischen Geheimdienste, die auf lange Sicht arbeiten und Russland zerstören wollen: Der Herrscher soll weiter an Ansehen verlieren, die Armee zusehends schwächer werden, bis die Russen sagen: 'Was zum Teufel ist unser Selbstbewusstsein? Lasst uns regiert werden'", sagte er, wie CNN berichtet.

Prigoschin, der vor dem russischen Krieg in der Ukraine weitgehend unbekannt war, ist mit der stärkeren Einbindung der Wagner-Truppen in den Konflikt zunehmend in die Öffentlichkeit getreten. Nachdem das russische Militär auf dem Schlachtfeld in der Ukraine schwere Rückschläge erlitten hatte, begann Prigoschin – ein politischer Unternehmer ohne offizielle Regierungsposition – die Anerkennung für Gebietsgewinne zu ernten, insbesondere bei den Kämpfen um die ostukrainische Stadt Bachmut.

Prigoschins unerwarteter Aufstieg gab Anlass zu Spekulationen über mögliche Elitenkämpfe in Moskau, da Russlands militärischer Feldzug in der Ukraine ins Stocken geraten war.

1/9
Gehe zur Galerie
    Wagner-Chef <a data-li-document-ref="100255572" href="https://www.heute.at/g/-100255572">Jewgeni Prigoschin</a> in einem Video, das ihn mit russischer Fahne auf dem Rathaus von Bachmut zeigen soll. Es wurde am 3. April 2023 veröffentlicht.
    Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin in einem Video, das ihn mit russischer Fahne auf dem Rathaus von Bachmut zeigen soll. Es wurde am 3. April 2023 veröffentlicht.
    Concord Press Service/Handout via REUTERS
    An der Unterhaltung teilnehmen