750.000 Stimmen sind noch nicht ausgezählt

Wahlkarte in Österreich.
Wahlkarte in Österreich.Bild: picturedesk.com
FPÖ rutscht auf Platz 3, Grüne sammeln wertvolle Stimmen. Die Wahlkarten haben diesmal enormen Einfluss auf das Ergebnis.
Noch nie waren die Wahlkarten so entscheidend, wie bei der diesjährigen Nationalratswahl. Eine Rekordzahl an Anträgen ist eingegangen - und ein Großteil dieser Stimmen wurde noch nicht ausgezählt.

Sie verweisen die FPÖ nicht nur auf den dritten Platz, sondern könnten den Grünen auch noch den Einzug in den Nationalrat bescheren.

Es geht um mehr als 750.000 Stimmen. Die Auszählung dieser Wahlkarten erfolgt nun, in den Tagen nach der eigentlichen Wahl, in mehreren Schritten.

Am Montag zählt die Bezirkswahlbehörde jene Stimmen aus, die per Post geschickt wurden. Das dürften mehr als 700.000 sein. Dann gibt`s zwei Tage Pause.

CommentCreated with Sketch.18 Zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Am Donnerstag dann müssen die Landeswahlbehörden nochmal ran: Sie zählen jene Wahlkarten aus, die in "fremden" Wahlkreisen abgegeben wurde. Hier werden nochmals 50.000 bis 100.000 Stimmen erwartet.

Wie viele von ihnen gültig sind, ist noch offen. Derzeit gehen die Hochrechner von 750.228 gültigen Stimmen aus. Sie haben großen Einfluss auf das Wahlergebnis.

Was sich durch Briefwähler verändert

Wahlforscher können bisher nur schätzen, wie die Wahlkarten-Wähler gestimmt haben. Dies ist in ihre Einschätzungen miteingerechnet, ohne diese Stimmen sähe das Ergebnis ganz anders aus.

Vor allem für FPÖ und Grüne verändert sich viel. Die Blauen rutschen durch die Wahlkarten vom zweiten auf den dritten Platz, die Grünen sammeln - glaubt man den Hochrechnern - wertvolle Prozentpunkte hin zur Hürde für den Parlamentseinzug.

Die Hochrechnungen trauen den Grünen dennoch nicht den Sprung über die 4-Prozent-Hürde zu, obwohl sie durch die Briefwähler 0,6 Prozentpunkte dazubekommen, wird der neue Nationalrat ohne die Grünen auskommen müssen.

Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek hofft immer noch: Aufgrund der derzeitigen Schwankungsbreite von 0,7 Prozent könnte sich der Einzug der Grünen theoretisch noch ganz knapp ausgehen.

Die Ergebnisse mit und ohne Wahlkartenprognose

SPÖ: Vorläufig: 26,7%, mit Wahlkarten: 26,9%

ÖVP: Vorläufig: 31,4 % , mit Wahlkarten: 31,6%

FPÖ: Vorläufig: 27,4%, mit Wahlkarten: 26,0%

Grüne: Vorläufig: 3,3 %, mit Wahlkarten: 3,9%

NEOS: Vorläufig: 5,0 %, mit Wahlkarten: 5,1%

Pilz: Vorläufig: 4,1 %, mit Wahlkarten: 4,3%

Sonstige: Vorläufig: 2,1 % , mit Wahlkarten: 2,2%









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(csc)

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