Nach Luftmatratzen und Schwimmflügerln gestern also auch noch ein Elefant. Die Politik präsentierte sich diese Woche situationselastisch mit Hang zur Gaudi.
Fein für Zeitungen (das sollte man nicht verhehlen), weil eine Kasperltheater- Kulisse naturgemäß bessere Bilder abwirft als Parlaments- Resopal. Für Wähler freilich ein verwirrendes Signal. Noch Wahlkampf oder schon Casting für die "Große Comedy Chance"?
Tatsächlich war die politische Auswahl noch nie so groß wie bei dieser EU-Wahl. Gleichzeitig quälen sich so viele wie selten mit der Frage: Was eigentlich wählen am Sonntag? Wofür steht eigentlich welcher Kandidat genau? Was plant er? Was sind seine Ideen?
Statt über echte Probleme (Flüchtlinge, Kriminalität, Jobs, Jugendarbeitslosigkeit) wurde im TV zuletzt über die Putzfrauen im ORF-Büro Washington und Conchita Wurst debattiert, die Kandidaten versuchten, sich als nette, kompetente Kerle darzustellen und die anderen schlechtzureden. Politik halt, selten erhellend.
Soll man also gar nicht wählen? Nein! Nicht wählen heißt, Europa aufzugeben. Dafür sollte es uns zu schade sein.