Politik

Währing doch nicht mehrheitlich grün

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:51

Die Briefwähler haben auch in Wien noch deutlich am Wahlergebnis gedreht: Die Grünen dürfen sich jetzt - entgegen dem vorläufigen Endergebnis von Sonntag - doch über ein Plus freuen. Allerdings wurde der kurzfristig grün-dominierte Bezirk Währing nun wieder schwarz eingefärbt. Die Verluste der SPÖ vergrößerten sich noch, die ÖVP konnte ihr Minus etwas verringern. Die Zugewinne der FPÖ schmolzen indes fast ein, wodurch die Blauen nun nur 6 statt 7 Mandate erkämpfen konnten.

- doch über ein Plus freuen. Allerdings wurde der kurzfristig grün-dominierte Bezirk Währing nun wieder schwarz eingefärbt. Die Verluste der SPÖ vergrößerten sich noch, die ÖVP konnte ihr Minus etwas verringern. Die Zugewinne der FPÖ schmolzen indes fast ein, wodurch die Blauen nun nur 6 statt 7 Mandate erkämpfen konnten.

Die SPÖ kommt nach Auszählung der Briefwahlstimmen in Wien auf 31,79 Prozent und büßte damit 3 Prozentpunkte gegenüber 2008 ein. Auf die ÖVP entfallen 14,38 Prozent, ein Minus von 2,34 Prozentpunkten. Die FPÖ liegt bei 20,7 Prozent, ein marginaler Zuwachs von 0,27 Prozentpunkten. Die Grünen erreichen 16,3 Prozent und konnten damit ihren ursprünglichen Verlust von 0,6 auf einen leichten Zugewinn von 0,34 Prozentpunkten drehen.

Grüne verloren Währing wieder

Wermutstropfen für die Ökopartei: Sie musste die zwischenzeitliche und durchaus überraschende Führung im 18. Bezirk wieder abgeben. Damit ist Währing nun wieder schwarz eingefärbt - wenn auch knapp. Die Schwarzen liegen hier bei 23,91, die Grünen bei 23,5 Prozent. In allen anderen Bezirken änderte sich im Hinblick auf Platz eins nichts mehr. Die NEOS konnten dank Briefwähler ebenfalls noch leicht zulegen - von 7,5 auf nun 7,6 Prozent.

An der Mandatsverteilung hat sich nicht mehr allzu viel geändert. Lediglich die FPÖ verlor wieder ein Mandat und erreicht schließlich 6 Mandate - genauso viel wie 2008. Die SPÖ bleibt bei 10 (2008: 11), die ÖVP bei 4 (5), die Grünen bei 5 (5), das BZÖ bei 0 (1), das Team Stronach bei 1 und die NEOS 2 Mandaten. Damit bleiben 5 Restmandate. Bei den Direktmandaten gab es keine Verschiebungen mehr.

Jank beklagt "Zersplitterung"

Aufarbeitung und Analyse waren bei der Stadt-ÖVP am Tag nach der Wahl angesagt. Neben der Kritik an Spitzenkandidatin Brigitte Jank beklagten schwarze Granden die "Zersplitterung des bürgerlichen Lagers". Aber: "Trotz Neos und Stronach ist das Ergebnis mit den Wahlkarten besser als jenes von 2010", sagte Parteichef Manfred Juraczka zu "Heute". Vor zwei Jahren sei man in Umfragen noch bei acht Prozent gelegen. Er will jetzt den Jungen "stärkere Angebote machen". Die große Koalition ist für Juraczka noch nicht fix.

VP-Bezirksvorsteher Karl Homole: "Die Diskussion um das Parkpickerl hat damit nichts zu tun, die Mariahilfer Straße hat sich für die Grünen auch nicht negativ ausgewirkt." Auch er sieht das ausgeweitete Angebot für Bürgerliche als Ursache. Sebastian Kurz sieht das Abschneiden der Neos als "Signal, dass die VP breiter werden muss, wenn jemand mitmachen möchte". Die angegriffene Jank nimmt er in Schutz: Sie habe einen "sehr bemühten" Wahlkampf geführt.

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