"Wahrsagerin" knöpfte fünf Opfern Zehntausende Euro ab

Die Angeklagte
Die AngeklagteLPD NÖ
Immer mehr Opfer melden sich im Fall der 50-jährigen "Hellseherin" Sladjana J. aus Serbien. Insgesamt fünf Opfer gibt es bereits.

Die 50-jährige Serbien Sladjana J. soll durch eine Fluch-Betrugsmasche Leichtgläubige abgezockt und so Geld in die Familienkasse gespült haben. Der Betrugsfall zieht nun immer weitere Kreise.

Die Frau mit dem richtigen Blick für abergläubische Menschen, die bis zu ihrer Ausforschung in einem schmucken Haus in Gerasdorf bei Wien gewohnt hatte, bot okkulte Praktiken wie Hellseherei und Heilung an und gab vor, Menschen von einem Fluch befreien zu können.

Drei weitere Opfer aus NÖ und Wien

Bekannt waren bisher zwei Geschädigte, von einem davon soll die Serbin, unter anderem, Goldmünzen im Wert von etwa 30.000 Euro und dazu mehrere Tausend Euro Bargeld erhalten haben. Dem zweiten Opfer knöpfte sie mehrere Hundert Euro ab. 

Im Zuge der medialen Berichterstattung ("Heute"  berichtete hier) wandten sich weitere Betroffene an die Exekutive. "Es meldeten sich drei weitere Opfer, zwei aus NÖ und eines aus Wien", so Polizeisprecher Walter Schwarzenecker auf "Heute"-Anfrage.

Die von der 50-Jährigen verwendeten auffälligen Gegenständen (Handtasche, kleiner mehrfarbiger schillernder Beutel mit schwarzem Bindfaden).
Die von der 50-Jährigen verwendeten auffälligen Gegenständen (Handtasche, kleiner mehrfarbiger schillernder Beutel mit schwarzem Bindfaden).LPD NÖ

Mit den drei weiteren Opfern erhöhte sich die Schadenssumme bereits auf über 80.000 Euro. Aufgrund der erheblichen Schadenssumme und der größeren Opferanzahl sei nun auch das Delikt des gewerbsmäßigen Betrugs gegeben.

Nobles Haus, teure Autos

Ihre vermeintlichen Fähigkeiten soll die Beschuldigte auf öffentlichen Plätzen im gesamten Bundesgebiet angeboten und als Gegenleistung stets hohe Bargeldbeträge, Schmuck und Gold gefordert haben, bis sie schließlich ausgeforscht wurde. Bei einer von der Staatsanwaltschaft Korneuburg angeordneten Hausdurchsuchungen fanden die Beamten dann große Mengen Schmuck sowie Gold- und Silbermünzen und eine hohe Summe Schweizer Franken.

Dreist: Einer geregelten Arbeit soll keiner der acht Familienmitglieder in der wunderschönen, geräumigen Villa in Gerasdorf nachgegangen sein, mit Sozialleistungen habe man sich durchgeschlagen. Formell hatte man in zwei Wiener Gemeindewohnungen gelebt, so Sozialhilfe bezogen. Doch bei der Hausdurchsuchung fanden die Ermittler das Gold und die Bündel von Schweizer Franken. In der Garage des Hauses in Gerasdorf parkten einige teure Autos wie Porsche, Merecedes 600 und zwei Audi (A8 und A6).

Abzocke im deutschssprachigen Raum

Die Exekutive geht davon aus, dass die Verdächtige im ganzen deutschsprachigen Raum, vor allem in Österreich, der Schweiz und Süddeutschland unterwegs gewesen war. Darum auch die hohe Summe an Schweizer Franken. Die Beschuldigte (Anwalt Werner Tomanek) sitzt in U-Haft, es gilt die Unschuldsvermutung.

Sachdienliche Hinweise, die auf Wunsch auch vertraulich behandelt werden, werden an das Landeskriminalamt Niederösterreich unter der Telefonnummer 059133-30-3336 erbeten. Eventuell weitere Geschädigte werden ersucht, sich ebenfalls mit dem Landeskriminalamt Niederösterreich in Verbindung zu setzen.

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