Rauch steigt über der Autobahn auf, der Verkehr steht - für einen Berufsfeuerwehrmann war sofort klar, dass er handeln muss. Der Mann befand sich zufällig in der Nähe, als am Freitagmorgen auf der A11 bei Villach eine Familie mit drei Kindern schwer verunglückte.
Der VW-Van war laut Polizei von der Fahrbahn abgekommen und gegen die Absperrung eines Parkplatzes geprallt. Kurz darauf fing das Fahrzeug Feuer. Die Türen klemmten, mehrere Insassen konnten sich nicht selbst befreien.
Auch der Feuerwehrmann steckte zunächst im entstandenen Stau fest. "Zuerst dachte ich, es ist der Urlauberreiseverkehr. Dann sah ich, dass Rauch aufsteigt, und wusste: Ich muss dahin!", sagte er zur "Kleinen Zeitung".
Doch der Weg zur Unfallstelle gestaltete sich schwierig. "Die Fahrzeuge standen kreuz und quer, es gab keine Rettungsgasse." Mit Feuerlöscher und Erste-Hilfe-Kasten machte sich der Feuerwehrmann zu Fuß durch eine Kolonne von rund 20 Fahrzeugen auf den Weg.
Die 39-jährige Lenkerin hatte es bereits geschafft, sich selbst aus dem Wagen zu befreien. Auch ihren jüngsten Sohn konnte sie aus seinem Sitz holen. Der Mann auf dem Beifahrersitz war hingegen eingeklemmt. Zwei weitere Kinder befanden sich noch im Fahrzeug. Die Familienmitglieder waren verletzt und verängstigt.
Neben dem Feuerwehrmann soll nur ein weiterer Ersthelfer zur Unfallstelle gelaufen sein. Dieser half dabei, den Brand am Fahrzeug zu löschen. Der Feuerwehrmann kümmerte sich unterdessen um ein Mädchen auf dem Rücksitz. Es hatte die schwersten Verletzungen erlitten und wurde anschließend mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen.
Dass trotz der zahlreichen Fahrzeuge im Stau kaum jemand zur Hilfe kam, ließ den Feuerwehrmann nicht los. "Wahrscheinlich haben sie Hunderte Fotos gemacht. Und wenn die Polizei nicht dafür gesorgt hätte, dass sie zur Seite fahren, wäre die Rettung nicht durchgekommen", sagte er.
Auch gegenüber der "Kronen Zeitung" zeigte sich der Helfer erschüttert über seine Beobachtungen: "Es hat mich wirklich schockiert, dass kein anderer geholfen hat. Niemand ist ausgestiegen ..."