"Niemand ist ausgestiegen"

Feuerwehrmann platzt nach Horror-Unfall der Kragen

Nach einem schweren Unfall auf der Karawanken Autobahn begann ein Pkw zu brennen. Ein Feuerwehrmann eilte zu Hilfe - und kritisiert andere Autofahrer.
André Wilding
15.08.2026, 07:30
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Ein Stau auf dem Weg zur Arbeit, plötzlich Rauch und dann ein brennendes Unfallauto: Für Manuel Brunner wurde die Fahrt in die Arbeit am Freitag in der Früh zu einem Rettungseinsatz. Der Feuerwehrmann zögerte keine Sekunde und kämpfte sich zu dem verunglückten Wagen vor. Was er dort erlebte, lässt ihn aber auch im Nachhinein nicht los.

Gegen 6.25 Uhr war eine 39-jährige Serbin mit ihrer Familie auf der Karawanken Autobahn von Slowenien in Richtung Villach unterwegs. Kurz nach der Raststation Rosegg kam ihr Auto aus bisher unbekannter Ursache von der Fahrbahn ab und krachte gegen einen Aufpralldämpfer.

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Im Wagen saßen neben der Lenkerin ein Beifahrer sowie drei Kinder. Der Mann wurde im Fahrzeug eingeklemmt, eines der Kinder erlitt schwere Verletzungen.

Rauch wird immer stärker

Brunner, der bei der Betriebsfeuerwehr Infineon arbeitet, war gerade auf dem Weg in die Arbeit, als er auf den Stau aufmerksam wurde.

"Vor mir sind um die 20 Pkw gestanden - die Fahrer vor mir bildeten allerdings leider keine Rettungsgasse. Plötzlich habe ich gesehen, wie es anfing zu rauchen - mit der Zeit wurde es immer stärker. Ich habe mich dann vorgekämpft", schildert Brunner gegenüber der "Kronen Zeitung".

Am Unfallauto angekommen, griff der Feuerwehrmann sofort zum Feuerlöscher. Ein weiterer Ersthelfer war bereits vor Ort und hatte ebenfalls einen Löscher dabei. "Glücklicherweise war bereits ein anderer Zeuge vor Ort. Gott sei Dank hatte er auch einen Feuerlöscher im Auto - das ist nicht selbstverständlich", sagt der Feuerwehrmann in der Tageszeitung.

Gemeinsam gelang es den beiden Männern, die Flammen zu löschen. Anschließend begannen sie mit einem Erste-Hilfe-Koffer mit der Versorgung eines Unfallopfers.

"Niemand ist ausgestiegen"

Was Brunner dabei besonders schockierte, war das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer. "Was mich wirklich schockiert hat, war, dass kein anderer Passant geholfen hat. Niemand ist ausgestiegen", sagt er in der "Krone".

Das Auto ging nach dem Unfall in Flammen auf.
Feuerwehr Feuerwehr St.Jakob im Rosental

Die Feuerwehren St. Jakob im Rosental und Dolintschach sowie die Hauptfeuerwache Villach rückten schließlich zum Unfallort aus. Die Einsatzkräfte befreiten den eingeklemmten Beifahrer aus dem Fahrzeug. Alle fünf Insassen wurden ins Krankenhaus gebracht.

"Wem ich danken möchte, ist dem anderen Ersthelfer - er hat keine Sekunde gezögert. So sollte es sein", stellt Brunner in der Tageszeitung klar.

Eindringlicher Appell

Nach seinen Erlebnissen richtet der Feuerwehrmann nun einen klaren Appell an Autofahrer. Besonders wichtig sei es, bei einem Stau sofort Platz für die Einsatzkräfte zu schaffen:

"Unbedingt eine Rettungsgasse bilden - sonst kommen die Einsatzfahrzeuge nicht durch. Man muss sich nur denken: Was ist, wenn ein Familienmitglied oder Freund in den Unfall verwickelt ist?"

Doch auch bis zum Eintreffen der Profis könne Hilfe entscheidend sein. "Jeder Mensch ist in Österreich verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten. Und da geht es oft um Kleinigkeiten, da geht es oft um Sekunden, in denen es um Menschenleben geht", appelliert Brunner in der "Krone".

Für Brunner steht nach dem Einsatz fest: Im Ernstfall können schon wenige Sekunden und die Bereitschaft, überhaupt zu helfen, entscheidend sein.

{title && {title} } wil, {title && {title} } Akt. 16.08.2026, 09:21, 15.08.2026, 07:30