Wann geht den Griechen das Geld aus?

Schon jetzt gibt es Bankomaten in Griechenland, die kein Geld mehr ausspucken. Der Bargeldbestand der Banken schrumpft. Bisher hat die Europäische Zentralbank dafür gesorgt, dass immer Euros für die Bevölkerung zur Verfügung stehen. Am Sonntag hat die EZB entschieden, die Notkredite auf dem Stand von rund 90 Milliarden Euro zu halten. Wie lange das so weitergeht, ist fraglich.

Nach dem abhalten zu können. Die 18 Euro-Finanzminister haben gegen eine Fristverlängerung votiert.

Die Volksabstimmung wird trotzdem am Sonntag in einer Woche stattfinden. Das Parlament in Athen hat am Samstagabend die Durchführung beschlossen - mit 178 Stimmen dafür und 120 Stimmen dagegen. Premier Alexis Tspiras hat die Bevölkerung aufgerufen, den Forderungen der Gläubiger eine Abfuhr zu erteilen.

EZB-Entscheidung

Ob die EZB vor diesem Hintergrund den griechischen Banken weiterhin Notkredite gewährt, war vorübergehend offen. Bei einer Krisensitzung am Sonntag hat die Zentralbank entschieden, die ELA-Kredite im aktuellen Umfang von 90 Mrd. Euro aufrecht zu erhalten. Trotzdem empfiehlt Nationalbankgouverneur Ewald Nowotny Griechenland-Reisenden, mit genügend Bargeld ihren Urlaub anzutreten, um sich Probleme vor Ort zu ersparen.

Staatspleite ist nicht Grexit

Wenn Athen am Dienstag die offene Kreditrate von 1,6 Milliarden Euro nicht an den IWF überweist, kann man das als Zahlungsunfähigkeit ansehen. Laut Nowotny bedeutet das aber keinen zwangsläufigen Ausstieg aus dem Euro. Eine Staatspleite und ein Grexit hängen nicht zwingend zusammen.

Faymann ortet "Panik"

Bundeskanzler Werner Faymann hat am Sonntag in der Pressestunde die geplante Volksabstimmung kritisiert, zumal Tsipras dem Volk eine Ablehnung empfiehlt. Für Faymann ist dieser Schritt in "Panik" gesetzt worden. Jetzt müsse der Premier überlegen, wo er Geld herbekommt.

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