"Wann kommen Massentests für Schüler?"

Jeden Montag gibt Schuldirektor Niki Glattauer in "Heute" Noten.
Jeden Montag gibt Schuldirektor Niki Glattauer in "Heute" Noten.heute.at
Schuldirektor Glattauer gibt Noten. Heute: Wann kommen Massentests für Schüler? Heute Kopftuch, morgen die "Ali-Klassen"! Und: Wie zum Schulerfolg?

Wann kommen Massentests für Schüler?

Ich bin sicher kein Freund der "Masken töten"-Fraktion, die ausgehend von Rechtsanwaltskanzleien in Kärnten und Wien in Elternbriefen zum MNS-Boykott aufruft, "Heute" berichtete. Aber ich muss sagen: Für Schüler ist die Dauerfrontalbetextung durch fahrlässig unterbesetztes, hinter FFP2-Masken mfpmndes Lehrpersonal auch nicht besser als Home Schooling. Meine eigenen Kinder, 18 und 12, sagen mir: Im Gegenteil, Herr Direktor! ;-)

Nötig wurde die Schulmaskerade, weil der Regierung bis jetzt nichts Besseres eingefallen ist, unter anderem kein regelmäßiges präventives Durchtesten. Nein, nicht der Lehrer – sondern der SCHÜLER! Was ich hier seit Monaten predige, sprach der Leiter des Zentrums für Mikrobiologie, Michael Wagner, nun auf Puls24 aus: "Man muss sich von dem Irrtum befreien, dass Kinder, auch die unter 10, weniger ansteckend sind als Erwachsene. Schulen sind nicht sicherer als andere Orte der Gesellschaft." DANKE!

Note: Traurig, aber wahr

Heute Kopftuch, morgen die "Ali-Klassen"!

"Das letzte 'Kopftuchmädchen', das ich unterrichtet habe, hieß Asma, war 12 und die mutigste, selbstbewussteste und lustigste Schülerin der Klasse. Anders als die Mehrheit der Österreicher halte ich ein schulisches Kopftuchverbot für a) unnötig, b) ungerecht und c) kontraproduktiv. "Sollte ich je eine Schülerin zwingen müssen, es abzunehmen, können sie mich kündigen auch gleich." Das hatte ich im Sommer hier geschrieben.

Inzwischen habe ich aus anderen guten Gründen selber gekündigt – und der VfGH entschieden: Das Kopftuchverbot für Mädchen in der Volksschule ist rechtswidrig und muss aufgehoben werden. Es ist "selektiv, diskriminierend, verfehlt sein Ziel und erweist sich als unsachlich" (wörtlich aus dem Urteil). Wenn man mich fragt, kann man dasselbe für die offiziell Deutschförderklassen genannten Zuwandererkinderausgrenzungsklassen sagen. Intern heißen sie längst "Ali-Klassen". Sie diskriminieren und verfehlen ihr Ziel. Weg damit!

Note: Sehr gut

Glattauer gibt Noten
Niki Glattauer ist seit 20 Jahren Lehrer in Wien, aktuell Direktor des "SZ-FIDS" in Meidling. Dazu hat er 13 Bücher geschrieben.
Jeden Montag vergibt er in einer Kolumne für "Heute" Schulnoten.

Alle seine Artikel finden Sie hier.

Schulerfolg nur mit den "richtigen" Eltern

Eine schlimme Schulnachricht abseits von Corona kam medial etwas zu kurz: Die neueste TIMSS-Studie, die Know-how von 10-Jährigen aus knapp 60 Ländern misst und vergleicht, zeigt, dass in Österreich Kinder von Eltern, die nur Pflichtschulabschluss haben, in Mathe um zwei Lernjahre (!) hinter jenen aus Akademikerfamilien zurückliegen, im Sachunterricht sogar um vier (!).

Anders gesagt: Wenn Kinder von der 4. Klasse Volksschule abgehen, sind jene ohne die "richtigen" Eltern in elementarer Biologie, Geografie oder Physik noch immer auf dem Bildungsniveau von Kindergartenkindern.

Österreichs führende Bildungsjournalistin Lisa Nimmervoll kommentierte das im "Standard" so: "Das ist nicht naturgegeben, sondern ein gemachter oder nicht verhinderter Skandal. Ein Chancenskandal, ein Gerechtigkeitsskandal." Genau so ist es.

Note: Nicht genügend
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