Alles neu im Remaster von Warcraft 3?

Ein neuer Teil ist weit und breit nicht in Sicht, dafür wärmt Blizzard Warcraft 3 wieder auf und verpasst dem Klassiker ein Facelift. Das geht aber mit Problemen einher.
Solange Blizzard Entertainments MMO-Gigant World of Warcraft die Handlung des Fantasy-Franchise fortschreibt, ist wohl kaum mit einer Fortsetzung der originalen Warcraft-Strategiespiele zu rechnen. Game der Wahl ist also nach wie vor Warcraft 3 aus dem Jahr 2002 inklusive dessen grandioser Erweiterung The Frozen Throne (2003). Und genau diesen Meilenstein hat Blizzard neu aufgelegt. Warcraft 3 Reforged holt den Klassiker zwar teilweise ins Jahr 2020, hat aber noch deutlich Luft nach oben.

Neue Grafik, aber klein

Die gute Nachricht zuerst: Warcraft 3 sieht wieder zeitgemäß aus. Charaktere, Gebäude und Umgebungen wurden grundlegend erneuert, besonders die Helden sehen deutlich detaillierter aus als im Original. Dazu gibt es flüssige Animationen und Grafikeffekte. Das Problem: Die neuen Modelle können recht selten glänzen glänzen, weil Warcraft mit möglichst weit herausgezoomter Kamera gespielt werden sollte. Zumindest wenn man den Überblick behalten will.

Eine Gelegenheit dafür wären die neuen Echtzeit-Zwischensequenzen gewesen, die Blizzard bei der Ankündigung des Remasters versprochen hatte. Statt steifer Animationen in der kleinteiligen Spielgrafik sollte es eigens neu animierte Sequenzen geben, mit denen die Story noch besser erzählt wird. Davon ist kaum etwas übrig geblieben. Die Handlung wird weiterhin aus der Vogelperspektive erzählt, teilweise mit etwas anderen Kameraeinstellungen. Die Diskrepanz zur Ankündigung ist trotzdem groß.

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Nicht wie versprochen

Eine weitere verschenkte Chance sind die gerenderten Filme in der Kampagne. Während das Intro von Grund auf neu gestaltet wurde, handelt es sich beim Rest lediglich um hochskalierte Versionen der Originale. Die sehen natürlich nicht schlecht aus, Blizzard war auf diesem Gebiet schon immer der Zeit voraus, die Ursprünge in den frühen Zweitausendern lassen sich aber einfach nicht verstecken.

Das Gameplay ist so genial wie eh und je, Neueinsteigern dürfte es nur etwas langsam vorkommen. Das Spielgeschehen wird zu jeder Zeit klar kommuniziert, neue Nuancen inklusive. Zerstörte Gebäude zerfallen jetzt sogar recht detailliert. Für Nostalgiker ein Fest, Neulinge werden sich aber bald zurechtfinden. Dazu trägt auch das leicht aktualisierte neue User-Interface bei, auch wenn es nicht annähernd so modernisiert wurde, wie ursprünglich angekündigt.

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Fehlende Funktionen

Besitzer von Reforged und dem "alten" Warcraft 3 können übrigens im Multiplayer zusammen spielen, doch das hat einen Haken. Denn die Classic-Version, die Blizzard bisher angeboten hatte, wird automatisch auf den neuen Client aktualisiert. Man hat dann zwar die alte Grafik, aber die neuen Menüs und Features – und einige Ärgernisse. Denn Funktionen, die bereits das Original hatte, waren zum Launch nicht verfügbar, darunter Clans, automatische Turniere und von Usern erstellte Kampagnen. Besitzer von Reforged können übrigens auch in den Classic-Modus mit nostalgischer Grafik wechseln.



Fazit: Gut, könnte aber besser sein

Das größte Problem von Warcraft 3 Reforged sind die vollmundigen Versprechungen bei der ersten Ankündigung. Die aufwändig erneuerten Zwischensequenzen, eine komplett neue Benutzeroberfläche, Story-Erweiterungen – all das flog raus. Und die Enttäuschung über diese Einschnitte überschattet nun ein eigentlich gelungenes Update für ein legendäres Game, das sich nach wie vor hervorragend spielt und besser aussieht denn je.

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