Warnung aus Wien: "Erleben Vorspiel zu einer 4. Welle"

Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) warnt vor einer vierten Coronawelle.
Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) warnt vor einer vierten Coronawelle.HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com; HERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com
Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) mahnt die Regierung bei weiteren Öffnungsschritten zur Vorsicht. Wien will mit schärferen Regeln in den Sommer.

Die Zahl der Neuinfektionen befindet sich im Sinkflug, am heutigen Samstag wurden nur 136 neue Corona-Fälle gemeldet. Im Vergleich zur Vorwoche zeigt sich ein Rückgang um fast ein Drittel. Doch so richtig aufatmen kann Österreich noch nicht. Die Befürchtung der Experten: Die nächste Welle ist bereits im Anrollen – mehr dazu HIER >

Trotz allem Optimismus ruft Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) zur Vorsicht auf. Die Delta-Variante könnte uns den "Sommer der Lebensfreude" gehörig verderben.

"Wir beobachten in England und in Portugal, wie diese ansteckendere Mutation trotz höherer Durchimpfungsrate als bei uns um sich greift – spätestens im Herbst kommt das auch auf uns zu", erklärt Hacker in einem Interview mit "Der Standard". Er sei deshalb erstaunt über den "sorglosen Tonfall" der Bundesregierung, die "die Pandemie quasi wieder einmal abgesagt hat".

"Die beschworene Lebensfreude wird es aber nicht auf Dauer spielen, wenn wir vergessen, dass wir in einer Pandemie stecken. Wir erleben gerade das Vorspiel zu einer vierten Welle."

"Impfrate nach oben jagen"

Um eine Überlastung der Spitäler bzw. einen neuen Lockdown zu verhindern, müssten laut Hacker zwei Manöver gelingen: "Erstens müssen wir die Impfrate so weit nach oben jagen wie nur möglich" und "Kerntugenden pflegen: Infizierte so früh wie möglich entdecken und in Quarantäne schicken". Letzteres könne nur gelingen, wenn im selben Maß weiter PCR-Tests durchgeführt werden.

"Man hätte für den Besuch von Bars und Discos entweder Impfung oder PCR-Test vorschreiben können", beklagt der Stadtrat. Er habe das mit Gesundheitsminister Mückstein diskutieren wollen, doch Bundeskanzler Sebastian Kurz sei vorgeprescht. Hackers Mahnung: "Wenn wir nicht detektieren, werden wir eine böse Überraschung erleben!"

Bleibt Corona für immer?

Wann die Pandemie vorbei sein werde, wisse niemand, Sars-CoV-2 könnte uns noch über viele Jahre begleiten. Alles hänge nun und in den kommenden Monaten von der Impfbereitschaft der Bevölkerung ab. Der Sozialdemokrat beendet das Interview mit einer Warnung an alle:

"Wer einen auf 'Dann steck ich mich halt an' machen will, sollte bedenken: Es ist zu bezweifeln, dass das Personal in den Spitälern für diese Leute dann noch so bereitwillig Überstunden macht wie in den bisherigen Wellen."

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