Hinrichtung scheiterte

Warum kämpfen jetzt Ärzte um Christa Pikes Leben?

Nach einer gescheiterten Giftspritzen-Hinrichtung kämpfen Ärzte in Tennessee um das Leben der verurteilten Mörderin Christa Pike.
Newsdesk Heute
04.10.2026, 09:30
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Die geplante Hinrichtung der wegen Mordes verurteilten Christa Pike im US-Bundesstaat Tennessee ist fehlgeschlagen.

Nachdem die Giftspritze versagte, brachen die Verantwortlichen die Vollstreckung ab und leiteten sofort medizinische Notfallmaßnahmen ein. Pike wurde umgehend ins Spital gebracht, wo Ärzte alles daran setzen, ihr Leben zu retten und das Gift aus ihrem Körper zu entfernen.

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Nach Angaben ihrer Anwälte liegt die 50-Jährige weiterhin im Koma und wird künstlich beatmet. Die ungewöhnliche Situation wirft viele Fragen auf: Warum kämpfen Ärzte um das Überleben einer zum Tode verurteilten Person?

Wie 20min berichtet, ist der Grund im 8. Zusatzartikel der US-Verfassung zu finden. Dieser verpflichtet die Behörden, Häftlinge vor grausamer und ungewöhnlicher Bestrafung zu schützen. Sobald eine Hinrichtung abgebrochen wird, bleibt die betroffene Person ein lebender Gefangener, der Anspruch auf medizinische Versorgung hat.

Rechtlicher Hintergrund und weitere Fälle

Das Gesetz sieht vor, dass ein Todesurteil zwar eine Hinrichtung unter bestimmten Vorschriften erlaubt, aber keine Erlaubnis ist, nach einem missglückten Versuch auf medizinische Hilfe zu verzichten. Ein ähnlicher Fall ereignete sich 1995 in Oklahoma: Robert Brecheen, der am Tag seiner Hinrichtung einen Suizidversuch unternahm, erhielt im Spital lebensrettende Behandlung und wurde dennoch Stunden später hingerichtet.

Robin Maher, Geschäftsführerin des Death Penalty Information Center, erklärt gegenüber News 2: "Die Verfassung der Vereinigten Staaten bietet uns allen Schutz – auch Menschen, die schreckliche Verbrechen begangen haben, und selbst solchen, die unserer Meinung nach die Todesstrafe verdienen."

Hintergrund des Falls Pike

Pike war 1996 wegen Mordes an ihrer 19-jährigen Mitschülerin Colleen Slemmer zum Tod durch den elektrischen Stuhl verurteilt worden. Gemeinsam mit Komplizen lockte sie das Opfer in ein abgelegenes Waldstück, wo Slemmer über längere Zeit misshandelt und getötet wurde. Pike gestand die Tat, erklärte jedoch, sie habe Slemmer ursprünglich nur einschüchtern wollen.

Die Jury sprach sie des vorsätzlichen Mordes ersten Grades schuldig und verhängte die Todesstrafe. Der Fall sorgte damals und erneut jetzt für Schlagzeilen, nachdem die missglückte Hinrichtung das US-Strafvollzugssystem ins Rampenlicht gerückt hat.

Der Leiter der Strafvollzugsbehörde von Tennessee, Frank Strada, gab nach dem Vorfall seinen Rücktritt bekannt. Laut Gouverneur Bill Lee werde Strada sein Amt noch in diesem Monat niederlegen – laut eigener Aussage «im besten Interesse der Bevölkerung von Tennessee».

red,04.10.2026, 09:30