Politik

Warum bei der Wien Energie das Geld knapp wird

Der Wien Energie fehlen mehrere Milliarden Euro. Ein Grund dafür ist, dass der Stromversorger zu wenig produziert und deshalb teuer einkaufen muss.

Heute Redaktion
Der Wien Energie geht das Geld aus.
Der Wien Energie geht das Geld aus.
REUTERS

Da staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich: Am Freitag kam der Wien Energie zu Bewusstsein, dass ihr am Montag ein paar Milliarden fehlen. "Ungewöhnlich", ätzt Walter Boltz, Ex-Chef der E-Control. Hauptproblem der Wien Energie ist, dass sie viel weniger Strom selbst produziert, als sie ausliefert. Deshalb muss dauernd Strom zugekauft werden, und zwar meist an Strombörsen. Beim börslichen Handel muss der Stromkäufer einen Geldbetrag, der von Handelsvolumen und Preis abhängt, hinterlegen. Steigt der Strompreis, steigt die Kaution ("margins"). Das bringt die Wien Energie jetzt gehörig ins Schleudern.

Wien Energie hat sich verschätzt

Experten mutmaßen aber, dass sich der Stromversorger an der Börse verzockt haben könnte. Die Wien Energie habe dank langfristiger Lieferverträge auf einen niedrigen Strompreis gesetzt und Stromverkäufe abgeschlossen, so die Kritiker. Jetzt müsse der Strom aber teuer zugekauft werden, das Unternehmen habe sich selbst überdribbelt. Die Wien Energie weist Vorwürfe der Spekulation empört zurück. Dieses Vorgehen, "Hedging" genannt, sei ein bewährtes Instrument des Risikomanagements und genau das Gegenteil von Spekulation.

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