Warum die Impfung Long Covid lindern kann

Mehr als 3,6 Millionen Menschen wurden in Österreich schon geimpft.
Mehr als 3,6 Millionen Menschen wurden in Österreich schon geimpft.GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com
Studien zeigen, dass, auch wenn man an Corona erkrankt war, die Impfung zur Besserung der Long Covid-Symptome beitragen kann.

Wer eine Corona-Erkrankung überstanden hat, kann danach möglicherweise von Long Covid geplagt werden. Das Long Covid-Syndrom beschreibt eine Reihe an Symptomen, die einer Corona-Erkrankung folgen können. Dazu gehören etwa Geschmacks- und Geruchsverlust, Erschöpfung, Durchfall, Herzrasen und andere.

Impfung bewirkte Verbesserung der Symptome

In einer kleinen britischen Untersuchung von zuvor schwer an Covid-19 Erkrankten hat sich gezeigt, dass die Corona-Impfung einen positiven Effekt auf das Long Covid-Syndrom haben kann. Im Vergleich zu ungeimpften Teilnehmern hatten Geimpfte eine leichte allgemeine Verbesserung der Symptome von Long-Covid, mit einer Abnahme der Verschlechterung der Symptome (5,6 Prozent geimpft gegenüber 14,2 Prozent ungeimpft) und eine Zunahme der Symptomauflösung (23,2 Prozent geimpft vs. 15,4 Prozent ungeimpft). Bei fast siebzig Prozent der Patienten wurde eine leichte Besserung der Symptome festgestellt. Erhalt einer Impfung mit einem mRNA-Impfstoff (zB. BioNTech/Pfizer) oder einem Vektorimpfstoff (zB. AstraZeneca) war nicht mit einer Verschlechterung der Long-Covid-Symptome, der Lebensqualität oder des psychischen Wohlbefindens verbunden. 

In einer anderen Untersuchung mit knapp 900 Long-Covid-Patienten berichten fast sechzig Prozent, dass sie sich nach der Impfung besser gefühlt haben.

Warum die Impfung hilft

Drei Vermutungen, die diese Verbesserung erklären könnten, stehen im Raum, sagt die am Wiener AKH tätige Kardiologin Mariann Gyöngyösi gegenüber dem ORF: Erstens könnte die Impfung die restlichen noch im Körper befindlichen Viruspartikel beseitigen. Zweitens könnte die Impfung das entgleiste Immunsystem wieder reparieren und drittens könnte die Impfung einen Neustart dieser falsch funktionierenden Immunprozesse auslösen.

Bis dato keine Therapierichtlinie

Am AKH hat man noch kaum Berichte über Patientenerfahrungen mit der Impfung. Das liege vor allem daran, dass die meisten von Long Covid Betroffenen relativ jung seien, und noch kein Impfangebot erhalten haben oder ihre Coronavirus-Infektion erst im Jänner oder Februar stattgefunden habe.

Da es bis dato noch keine klaren Therapierichtlinien für Long Covid gibt, plädiert die Kardiologin dafür, dass sich auch junge Long-Covid-Erkrankte impfen lassen sollten - sechs Monate nach der Infektion.

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