Expertin erklärt, warum der Lockdown kommen muss

Lockdown in Österreich
Lockdown in Österreichapa/picturedesk
Ab 2. November befindet sich Österreich (wieder) im Lockdown! Laut Epidemiologin Eva Schernhammer ist dieser Schritt auch unausweichlich.

Die Bundesregierung bereitet gerade die nächsten Schritte im Kampf gegen die stark steigenden Corona-Zahlen in Österreich vor. Am heutigen Freitag starten die Gespräche mit den Spitzen der Sozialpartnern, am Samstag folgen dann die Klubobleute der Opposition sowie die Landeshauptleute.

Noch ist nicht bekannt, welche Corona-Maßnahmen genau verkündet werden. Es soll aber eben keinen Komplett-Lockdown geben, sondern einen Lockdown "light". Eine Schließung der Gastronomie sei noch nicht fix, in Diskussion seien aber nächtliche Ausgangssperren, heißt es aus Koalitionskreisen.

Keine andere Möglichkeit, um Pandemie einzudämmen

Die Unsicherheit vor dem zweiten Lockdown in Österreich ist bei vielen Menschen zwar groß, laut Eva Schernhammer, Leiterin der Abteilung für Epidemiologie an der MedUni Wien, gibt es derzeit aber keine andere Möglichkeit, um die Corona-Pandemie im Land eindämmen zu können.

"Wir sind an einem Punkt angelangt, wo man massivere Maßnahmen setzen muss", stellte Schernhammer am Freitag im Ö1-Morgenjournal klar. "Es ist ja nicht nur die Anzahl der Neuinfektionen, die drastisch steigt und rascher als wir erwartet haben. Auch das Alter der Infizierten steigt wieder langsam". So habe man im Sommer ein Durchschnittsalter von 39 Jahren in Österreich gehabt, jetzt sei man wieder bei einem Alter von über 50 Jahren.

Und mit zunehmendem Alter der Neuninfizierten steige laut Schernhammer eben auch die Befürchtung, dass es wieder mehr Schwerkranke und Tote im Land geben wird.

"Werden uns noch mehr anstrengen müssen"

Auf die Frage, ob der Effekt des zweiten Lockdowns wieder so groß werden wird wie im Frühjahr, stellte die Epidemiologin klar: "Das sind genau diese Überlegungen, die sich jetzt viele wie ich stellen. Wir sind in einer Lage, in der wir rasch reagieren müssen, gleichzeitig wollen wir aber nicht maximal agieren."

Und weiter: "Es werden die Schulen offen bleiben und es werden nicht die gleichen, massiven Maßnahmen stattfinden, wie wir sie im März gesehen haben. Ja, es wird wahrscheinlich schwieriger, insbesondere bei der derzeitigen Ausgangslage, mit minimaleren Maßnahmen einen gleichen Effekt zu erreichen."

Schernhammer hofft aber, dass die Bevölkerung "mitzieht". "Ich glaube, wir werden uns noch mehr anstrengen müssen, Abstand einzuhalten und Masken zu tragen als noch im März, weil wir eben andere Dinge offen lassen. Das darf man nicht vergessen." Die Bevölkerung sei hier wirklich gefragt, die Situation "herumzureißen".

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