Warum einige Bezirke nur knapp "Corona-Rot" entgingen

Am Donnerstag wurde die neue Ampel-Schaltung bekannt. 16 Bezirke wurden hochgestuft. Drei Regionen drehten von Grün auf Orange.
Am Donnerstag wurde die neue Ampel-Schaltung bekannt. 16 Bezirke wurden hochgestuft. Drei Regionen drehten von Grün auf Orange.iStock
Gesundheitminister Anschober erklärt, welche und warum einige Bezirke nur knapp an einer roten Corona-Ampel vorbeischrammten.

Die Corona-Zahlen in Österreich bleiben hoch. Wie "Heute" erfuhr, hat es auch in den letzten 24 Stunden erneut wieder mehr als 1.100 neue Corona-Fälle gegeben. Bundesweit gibt es 10.307 aktive Fälle. Bereits am Donnerstag wurde in gleich zehn neuen Bezirke die Corona-Ampel auf Orange hochgestellt, aber: Kein Bezirk auf Rot. Besonders St. Pölten und Hermagor standen an der Kippe.

Situation in St. Pölten und Hermagor "stabil"

Die niederösterreichische Landeshauptstadt hat aufgrund der hohen Zahl von betagten Neuinfizierten (Pflegeheim-Cluster) eine risikoadjustierte 7-Tages-Fallzahl von 133,4 – das wäre ganz klar rot. Jedoch: "Die Fallzahlen in St. Pölten sind in dieser Woche stabil geblieben, daher gab es keine Einstufung auf 'sehr hohes Risko'", stellt Ulrich Herzog, der Vorsitzenden der 19-köpfigen Corona-Kommission, in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Rudolf Anschober klar.

"Orange heißt 'Ärmel hochkrempeln'" - Rudolf Anschober

Ähnlich verhält es sich auch mit Hermagor (Kärnten). "Dort hat man sehr deutlich einen Cluster gesehen, doch dieser wurde eingefangen. Die Fallzahlen gingen zurück, daher sahen wir eine Hochstufung nicht zielführend", so Herzog. 

Im Burgenland war bei einem Fussballspiel ein Mitspieler infiziert, zeigte aber vorerst keine Anzeichen einer Erkrankung. Kurz darauf wurden fünf seiner Freunde positiv auf Covid-19 getestet, einer der Spieler steckte in Folge auch drei Familienmitglieder an. 

Eine Taufe in Tirol hat zu einer Cluster-Bildung in Tirol und Salzburg geführt. Wie das Contact Tracing ergeben hat, zeigte einer der Gäste bereits auf der Feier milde Symptome. Bei der anschließenden Kommunion kam es zur Ansteckung von weiteren Personen. 

Regionale Maßnahmen punkten

"Wir müssen daher unsere Strategie der konsequenten Umsetzung der in den vergangenen Wochen beschlossenen Bundesmaßnahmen und die durch die Arbeit der Ampel-Kommission und das neue Covid-19-Maßnahmengesetz nun ermöglichten Regionalmaßnahmen in Bezirken mit erhöhtem Risiko - punktgenau abgestimmt auf das regionale Ausbreitungsgeschehen - konsequent umsetzen", mahnte Anschober.

Im Corona-Hotspot Hermagor wurden beispielsweise alle Fußballspiele für zwei Wochen abgesagt, Neusiedl am See hat die Sitzplatzregelungen in der Gastronomie adaptiert, Salzburg die Sperrstunde und in Wien wurde die "Gastro-Gästeliste" eingeführt.

"Ein Höhepunkt der Pandemie ist noch nicht in Sicht" - Rudolf Anschober

Unterm Strich bleibt dennoch: Nach einer positiven Situation im Sommer ist nun weltweit eine starke Zunahme der Infektionszahlen zu verzeichnen - mittlerweile auch in Ländern, die vor wenigen Tagen noch vergleichsweise gut dagestanden sind - etwa in Deutschland, der Schweiz und in Italien ("Heute" hat berichtet). Viele fragen nicht zu Unrecht: Wann kommt der Umschwung?

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