Die Chefs der größten KI-Firmen der Welt sind sich einig: Die Entwicklung von künstlicher Intelligenz muss gebremst werden. Dario Amodei (Anthropic), Sam Altman (OpenAI) und Elon Musk (xAI) haben sich öffentlich für eine Drosselung ausgesprochen - angeblich aus Sicherheitsgründen.
Noch vor Kurzem war die KI-Debatte von Superlativen geprägt: Die Technologie werde alle Probleme lösen und den zehnfachen Impact der industriellen Revolution haben. Dann kam die Kehrtwende - angestoßen durch Warnungen ehemaliger KI-Forscher.
Wie die Computerwoche unter Berufung auf Computerworld.com berichtet, könnten hinter den plötzlichen Sicherheitsbedenken allerdings ganz andere Motive stecken. Die Appelle lenken nämlich perfekt davon ab, dass KI die versprochenen Produktivitätssteigerungen nicht liefert.
Der Journalist und Autor Cory Doctorow hält dagegen: "Die Menschheit wird nicht durch KI ausgelöscht." Die jüngsten Vorfälle, bei denen KI-Systeme angeblich eigenständig Server hackten, seien keine mysteriös-übernatürlichen Ereignisse gewesen - sondern schlicht "autonome Malware", die nicht ordentlich überwacht wurde.
Ein weiterer Verdacht: Die großen Anbieter hoffen womöglich, dass eine Verlangsamung vor allem kleinere Konkurrenten daran hindert, Boden gutzumachen. Für Unternehmen wie OpenAI, das sich Verluste aufhäuft, könnte weniger Ausgaben für Forschung durchaus willkommen sein.
Auch das KI-Unternehmen Anthropic gab kürzlich an, zwei Quartale in Folge profitabel gewesen zu sein - allerdings nur, "wenn man nicht alle Ausgaben berücksichtigt". Von echter Rentabilität ist die Branche weit entfernt. Nur Chip-Hersteller Nvidia verdient derzeit wirklich Geld mit dem KI-Boom.
Unterm Strich geht es den Anbietern laut Kritikern vor allem darum, die richtigen Töne anzuschlagen - während sie parallel die Entwicklung verlangsamen, um Gewinne zu maximieren und die Konkurrenz auszuschalten.