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Warum Männer mehr unter Liebeskummer leiden als Frauen

Männer scheinen emotional mehr in Beziehungen zu investieren als allgemein angenommen. Das zeigt eine neue Studie. 

Sabine Primes
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Bei einer Trennung leidet meistens einer von beiden. 
Bei einer Trennung leidet meistens einer von beiden. 
Getty Images/iStockphoto

Zwischenmenschliche Beziehungen sind für unser Wohlbefinden von entscheidender Bedeutung, dennoch sind sie komplex und die Herausforderungen des Alltags machen es einem nicht unbedingt einfacher. Hinzu kommen dann noch die Befindlichkeiten jedes Einzelnen - und schon ist eine Beziehungskrise perfekt. Wie Studien festhalten, berichten Menschen mit Beziehungsschwierigkeiten von mehr Schlafstörungen, schlechteren schulischen Leistungen und psychischen Problemen. Zudem werden Trennungen als eines der beunruhigendsten Ereignisse des Lebens eingestuft.

Wenn's in der Beziehung kriselt, sucht man oft Rat - entweder bei Freunden, Familie oder Therapeuten - oder aber anonym im Internet. Der Vorteil: Mann oder Frau kann frei von der Leber weg das Problem schildern. Anonym und ohne sozialen Druck. Die Online-Community kann unvoreingenommen ihre Ratschläge oder Meinung dazu kundtun. Tatsächlich ist die Online-Diskussion von Beziehungsproblemen zu einem Merkmal heutiger Beziehungen geworden.

Frag' die Community

"Das meiste, was wir über Beziehungsprobleme wissen, stammt aus Studien mit Menschen in der Paartherapie, die eine ziemlich spezifische Untergruppe von Menschen umfassen – Menschen, die die Zeit, das Geld und die Motivation haben, an ihren Beziehungsproblemen zu arbeiten", sagt Hauptautorin Charlotte Entwistle in einer Erklärung, verbunden mit der Veröffentlichung ihrer Ergebnisse im Journal of Social and Personal Relationships.

Im Zuge der Studie analysierten Psychologen die demografischen und psychologischen Merkmale von über 184.000 Menschen, die ihre Beziehungsprobleme in einem anonymen Online-Forum veröffentlichten. Darauf basierend konnten die Forscher die häufigsten Themen, die in jedem Beitrag auftauchten, statistisch bestimmen und eine "Karte" der häufigsten Beziehungsprobleme erstellen. "Wir wollten nicht nur verstehen, welche Beziehungsprobleme in der Öffentlichkeit am häufigsten auftreten, sondern auch,  wer welche Probleme häufiger hat", sagt Entwistle.

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    <strong>1. Sie nehmen sich Zeit füreinander!&nbsp;</strong>Und zwar auch, wenn sie eigentlich gar keine haben. Selbst wenn eine superstressige, vollgeplante Woche ansteht, nehmen sich Paare in gesunden Langzeitbeziehungen Zeit für ihr Gegenüber. Sei es, indem sie regelmäßig einen Abend oder ein paar wenige Stunden von allen anderen Terminen freischaufeln, sich hin und wieder kurz via Whatsapp melden oder abends im Bett in wenigen Minuten die Highlights des Tages durchgehen.
    1. Sie nehmen sich Zeit füreinander! Und zwar auch, wenn sie eigentlich gar keine haben. Selbst wenn eine superstressige, vollgeplante Woche ansteht, nehmen sich Paare in gesunden Langzeitbeziehungen Zeit für ihr Gegenüber. Sei es, indem sie regelmäßig einen Abend oder ein paar wenige Stunden von allen anderen Terminen freischaufeln, sich hin und wieder kurz via Whatsapp melden oder abends im Bett in wenigen Minuten die Highlights des Tages durchgehen.
    Getty Images/iStockphoto

    Problem Nummer 1: Kommunikation

    Einige Ergebnisse waren nicht so überraschend. Schlechte Kommunikation wurde als Problem Nr. 1 in Beziehungen angegeben, wobei jeder Fünfte dies als Top-Problem angibt. Auch Vertrauen war für jeden Achten ein wichtiger Faktor. Auch Zeitaufwand, Aussehen und Drogenmissbrauch kamen häufig vor.

    Entgegen ihren Erwartungen, zeigten die Ergebnisse, dass Männer deutlich häufiger über Herzschmerz sprachen als Frauen. Diese Ergebnisse legen nahe, dass das Stereotyp, dass Männer weniger emotional in Beziehungen involviert sind als Frauen, möglicherweise überholt ist und nicht stimmt. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass Männer auch eher dazu neigen, online Hilfe zu suchen, um mit einer Trennung fertig zu werden. Frauen hingegen fanden eher persönliche Hilfe, etwa einen Therapeuten.

    Die Entwicklung eines genaueren Bildes von Beziehungsproblemen kann uns helfen, besser zu verstehen, wann und warum in unseren Beziehungen etwas schief geht, und hilft Paaren möglicherweise, die häufigsten Rückschläge zu vermeiden. Die Autoren der Studie schlagen auch vor, dass die Ergebnisse auch dazu beitragen können, die Suche nach Hilfe zu ent-stigmatisieren, indem sie zeigen, wie häufig Beziehungsprobleme auftreten und dass Männer - genauso wie Frauen - Hilfe suchen.

    Die Autoren der Studie hoffen, dass ihre Arbeit dazu beitragen wird, ein häufiges Stigma unter Männern zu beseitigen, die ihre Gefühle seltener offen äußern oder sich beraten lassen.