Warum Mr. Leberkäse jetzt auf fleischlos setzt

Der bekannte "Leberkäse"-Hersteller Neuburger äußert sich skeptisch gegenüber der Verbesserung von Bedingungen der industriellen Tierhaltung.
Das oberösterreichische Unternehmen Neuburgerkennt man vor allem im Zusammenhang mit dem Genussgeschichte geschrieben habenden Satz: "Sagen Sie niemals Leberkäse zu ihm!". Dem Sohn des Firmengründers liegt das Tierwohl am Herzen. Deswegen etablierte er eine Linie, die ohne Massentierhaltung auskommt. Damit tritt er in die Fußstapfen einer Projektidee, die sein Vater bereits vor zwei Jahrzehnten hatte.



Kritische Veränderungen in der Fleischindustrie


Und das zahlt sich aus: Die fleischlose Variante feierte in den letzten drei Jahren große Erfolge. Die Produktion verfünfzigfachte sich. Die Entwicklung in der Fleischindustrie betrachtet der Metzger kritisch: "Früher hat man sich die Schlachttiere aus einem Radius von fünf Kilometer geholt und man hat gewusst, wie die Tiere gelebt haben", sagte der Unternehmer im Gespräch mit der APA.

Die Idee zu einer fleischlosen Linie kam seinem Vater Hermann Neuburger bereits vor 20 Jahren. Das Hauptgeschäft beschränkte er fortan auf ein Produkt: den Leberkäse, der nicht so genannt werden soll. 2005 gab er schließlich die gesamten Geschäfte ab und reiste anschließend durch die ganze Welt, um sich mit fleischlosen Alternativen vertraut zu machen, die es am europäischen Markt noch nicht gab.

CommentCreated with Sketch.5 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. In Ulrichsberg hat er eine eigene Zucht. Die Rohstoffe unterzog er strengen Tests.



Bewusster Fleischkonsum als Ziel


Mit dem Ziel vor Augen, Menschen einen maßvollen Fleischkonsum vorzuschlagen, nicht einen veganen oder vegetarischen Lebensstil, und damit das Fleisch wieder aus der Massenverarbeitung aufzuwerten.

"Ich habe schon lange Probleme mit Fleisch. Ich weiß, das ist widersinnig, wenn man das als Metzger sagt", meint Vater und Unternehmensgründer Hermann Neuburger. "Die Menschen essen gerne Fleisch, aber die Masse kauft billig." Schlachttiere erleiden bei der langen Anreise aus Übersee Strapazen und werden ungenügend versorgt. "Daran denkt der Konsument nicht", gibt er zu bedenken.

(GA)
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