Wer früher im Sommer in einem schwarzen Auto nach Italien gefahren ist, kennt das Problem: Ohne Klimaanlage wurden die Temperaturen schnell unerträglich. Die schnelle Erklärung, dass schwarze Farbe Licht absorbiert und sich aufheizt, stimmt zwar grundsätzlich - ist aber nicht die ganze Wahrheit.
Tatsächlich sind es die Moleküle an der Oberfläche eines Gegenstands, die mit dem Licht interagieren. Licht besteht aus kleinen Energiepaketen, die auf diese Moleküle treffen. Je nachdem, wie die Oberfläche aufgebaut ist, wird das Licht entweder reflektiert oder absorbiert.
Wie chip.de berichtet, hängt es nicht allein von der Farbe ab, wie stark man in schwarzer Kleidung schwitzt. Entscheidend sind auch Material und Schnitt. Leichte, luftige Stoffe wie Leinen oder Baumwolle können Wärme besser ableiten als synthetische Materialien wie Polyester oder Nylon.
Besonders wichtig ist, dass die Kleidung locker sitzt. Viele Menschen in sehr heißen Regionen tragen keineswegs nur helle Kleidung - entscheidend ist, dass Luft zirkulieren kann und Wärme so besser abgeführt wird. Studien mit Beduinen zeigen sogar, dass der Wärmeaustausch bei weiter schwarzer Kleidung ähnlich gut funktionieren kann wie bei weißer.
Ein zusätzlicher Vorteil dunkler Kleidung: Sie absorbiert auch UV-Strahlung. Dadurch kann sie - besonders bei dünnen Stoffen - sogar etwas besseren Schutz vor Sonnenbrand bieten als helle Kleidung.
Ist eine Oberfläche chemisch so beschaffen, dass sie fast das komplette Lichtspektrum absorbiert und kaum etwas reflektiert, erscheint sie schwarz. Wird dagegen alles reflektiert, wirkt sie weiß. Wasser nimmt zum Beispiel vor allem langwelliges Licht auf - also Rot, Orange, Gelb und Grün - und reflektiert blaues Licht. Deshalb erscheinen die Meere blau.