Fußball-Deutschland spricht über diese Schocknachricht: Nur eine Woche, nachdem bei Hertha-Profi Marco Richter ein Hodentumor entdeckt wurde, bekam auch Dortmunds Neuzugang Sebastien Haller diese niederschmetternde Diagnose gestellt.
Der Stürmer brach das Trainingscamp in der Schweiz ab, nachdem er über Unwohlsein klagte, Ärzte den Tumor erkannten.
Jetzt häufen sich kritische Stimmen. Haller wechselte erst diesen Sommer von Ajax Amsterdam zum BVB. Wie konnte der Tumor bei den obligatorischen Medizinchecks übersehen werden?
Die Antwort ist klar: Urologische Untersuchungen gehören nicht zum vorgeschriebenen Prozedere bei solchen Checks. Der Klub hielt sich also an alle Regeln. Prof. Dr. Med. Klaus-Peter Dieckmann, ärztlicher Leiter des Hodentumorzentrums der Asklepios Klinik Hamburg, äußert aber harte Kritik am System.
Der Mediziner sagt: "Da wird meistens auf die Muskelleistungsfähigkeit geachtet, aber auf diese urologischen Dinge nicht, vor allem auf Hoden bei jungen Männern sollte man unbedingt achten. Das würde ich persönlich als medizinisches Versäumnis bezeichnen", wird er vom "SID" zitiert.
Die jüngsten Fälle im deutschen Profi-Fußball scheinen den Arzt zu bestätigen, eine Debatte um die urologischen "Versäumnisse" bei Medizinchecks nahezulegen.