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Warzen am Penis – steckt Seitensprung dahinter?

Sascha (19) befürchtet, sein Freund Leo (23) sei fremdgegangen. Denn an dessen Penis sind Warzen aufgetaucht, an seinem aber nicht.

Heute Redaktion
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Was ist HPV?

HPV, kurz für humane Papillomaviren, sind hochansteckend und werden per Hautkontakt und damit auch sexuell übertragen. Es sind mehr als 200 verschiedene Virustypen bekannt, die unterschiedliche Krankheiten auslösen können.

Am gefürchtetsten sind HPV-16 und -18, die Krebs im Genital- sowie Hals-Rachen-Bereich auslösen können. Ebenfalls häufig sind HPV-6 und -11. Sie verursachen Genitalwarzen (siehe Video oben).

Wer kann sich infizieren?

Schätzungen zufolge infizieren sich über 90 Prozent der sexuell aktiven Männer und Frauen im Laufe ihres Lebens mit HPV, wobei die Häufigkeit der HPV-Infektionen mit der Anzahl der Sexualpartner steigt.

Besonders betroffen sind die 16- bis 25-Jährigen, da das Infektionsrisiko zu Beginn der sexuellen Aktivität am höchsten ist und da sie seltener in festen, dauerhaften Beziehungen leben.

Wie verläuft die Infektion?

Dank einer wirksamen Immunabwehr klingt eine HPV-Infektion in 70 Prozent der Fälle innerhalb eines Jahres ohne gesundheitliche Probleme ab, in 90 Prozent innerhalb von zwei Jahren. Oft merken die Betroffenen nicht einmal, dass sie infiziert sind.

Es kommt jedoch auch vor, dass die Erkrankung andauert, chronisch wird und zu Gewebeveränderungen führt. Aus diesen Krebsvorstufen kann sich Krebs entwickeln.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Ein Medikament, das eine durch HPV bedingte Krebsvorstufe oder tatsächliche Krebserkrankung heilen könnte, gibt es nicht. Wenn die Veränderung jedoch rechtzeitig entdeckt wird, kann eine Laserbehandlung oder ein chirurgischer Eingriff zur Heilung führen.

Kann man einer HPV-Infektion vorbeugen?

Ja! Den sichersten Schutz bieten sexuelle Enthaltsamkeit oder die Impfung gegen HPV. Die beiden derzeit verfügbaren Impfstoffe beugen Infektionen mit den Hochrisikotypen HPV-16 und -18 vor. Einer der beiden ist zudem gegen die Warzen verursachenden HPV-6 und -11 sowie gegen fünf weitere Papillomavirus-Typen gerichtet (HPV 31, 33, 45, 52 und 58). Diese können sowohl an der Entstehung eher harmloserer Zellveränderungen beteiligt sein wie auch an der Entstehung von Krebs.

Zu welchem Zeitpunkt wird die Impfung empfohlen?

Um einen optimalen Schutz zu erlangen, sollte die Impfung möglichst vor dem ersten Mal erfolgen. Für junge Frauen von 20 bis 26 Jahren sowie für Jungen und Männer im Alter von 11 bis 26 Jahren wird die HPV-Impfung als ergänzende Impfung empfohlen. Die Impfung gilt als wirksam und sicher.

(20min)