Erinnerst du dich noch an deinen Traumberuf als Kind? Astronaut, Model, Polizist, Koch oder Jet-Pilot - fast jeder hatte solche Vorstellungen. Was viele nicht wissen: Diese Kindheitsträume können dabei helfen, die eigene aktuelle berufliche Situation besser zu verstehen.
Die Diplom-Psychologin Madeleine Leitner erklärt, dass Traumjobs aus der Kindheit oft verblüffend das Problem in der heutigen Realität verdeutlichen. Ein braver Familienvater, der auch im Job folgsam seinem dominanten Chef gehorcht, träumte vielleicht einst davon, Cowboy oder Sheriff zu sein - also jemand, der das Sagen hat.
"Jeder sollte einmal ganz bewusst die Vorstellung von früheren Traumjobs mit der Realität abgleichen", heißt es auf Computerwoche.de. Dabei können die Motive hinter den Kindheitsträumen sehr unterschiedlich sein. Ein Pilot kann etwa Touristen ans Urlaubsziel bringen, als Kampfpilot das Böse bekämpfen oder als Kunstflieger kreative Showflüge entwickeln.
Die Psychologin unterscheidet verschiedene Kategorien wie kreativ-künstlerisch, sozial-helfend oder dominant-führend. Diese erweisen sich selbst bei unterschiedlichen Traumjobs einer Person als erstaunlich einheitlich. Wenn man die daraus resultierenden Muster mit der aktuellen Tätigkeit vergleicht, erkennt man schnell, wo die Ursachen für Unzufriedenheit liegen.
Problematisch wird es etwa, wenn ein kreativer Mensch in einem stark reglementierten Beruf arbeitet oder jemand mit Führungsanspruch keine Verantwortung übernehmen darf. Die Expertin warnt jedoch vor radikalen Berufswechseln - oft reiche ein Feintuning, etwa mehr oder weniger Verantwortung.
"Am schlimmsten ist es nämlich, ein Leben lang einem Traum nachzutrauern, der sich in Wirklichkeit als Albtraum erwiesen hätte", so Leitner. Wer also unzufrieden im Job ist, sollte sich bewusst an seine Kindheitsträume erinnern und analysieren, welche Motive dahintersteckten.