Je größer ein Unternehmen, desto wahrscheinlicher ist es, dass Algorithmen deine Bewerbung durchforsten. Das Problem: Viele Bewerber ahnen nicht einmal, dass eine künstliche Intelligenz ihre Unterlagen bewertet, noch bevor ein Mensch sie zu Gesicht bekommt.
Etwa zwei Drittel der Bewerber sind sich laut Umfragen nicht bewusst, dass Algorithmen im Bewerbungsprozess zum Einsatz kommen. Das kann fatale Folgen haben, denn wer sein Anschreiben nicht für die Maschine optimiert, fällt schnell durchs Raster.
Wie die "Computerwoche" berichtet, gibt es aber eine ganze Reihe von Kniffen, um den digitalen Torwächter zu überlisten. Der wichtigste Tipp: klare Struktur. Versehe sämtliche Bereiche deines Lebenslaufs mit eindeutigen Überschriften wie "Ausbildung" oder "Berufserfahrung". Verzichte auf kreative Designs, schräge Anordnungen und Tabellen – sie verwirren den Algorithmus.
Algorithmen suchen nach bestimmten Stichworten aus der Stellenausschreibung. Achte darauf, fachliche Anforderungen wie Technologien oder Programmiersprachen im exakten Wortlaut zu übernehmen. Soft Skills wie "Teamfähigkeit" werden von der KI hingegen kaum beachtet.
Forscherinnen der University of Texas konnten zeigen, dass Lebensläufe durch gezielte Keywords im Durchschnitt um 16 Plätze im Ranking nach oben rutschen. Allerdings bestraft der Algorithmus auch zu viele Schlagwörter – weniger ist hier mehr.
Während menschliche Personaler über einen Tippfehler hinweglesen können, ist der Algorithmus unerbittlich. Schreibst du etwa "Kreditprenbuchhaltung" statt "Kreditorenbuchhaltung", wird dir diese Fähigkeit schlicht nicht zuerkannt.
Achte außerdem darauf, dass dein Dokument maschinenlesbar ist und das Kopieren von Text funktioniert. Und vergiss den alten Trick mit weißer Schrift auf weißem Grund: Moderne Algorithmen erkennen auch die Textfarbe. Wer erwischt wird, hat bei diesem Unternehmen ausgespielt.