Anna Mathur ist Psychotherapeutin und Mutter von drei Kindern. Die Britin hat ihre Beziehung zu ihrem Nachwuchs und ihrem Mann komplett verändert – indem sie auf soziale Medien verzichtete.
"Auch ich habe früher Hunderte Male am Tag mein Handy in die Hand genommen, ohne zu merken, dass mich das zu einer gereizteren, ungeduldigeren und weniger präsenten Mutter machte", schreibt sie in der britischen Zeitung "Guardian".
Wie der "Guardian" berichtet, half der Dreifach-Mama eine App namens "AppBlock". Das bedeutet: Sind die Kinder zu Hause, kann Anna weder soziale Medien noch ihre E-Mails einsehen. Sind die Kinder im Bett, bekommt sie 15 Minuten.
Diese neue Gewohnheit hätte sie ohne viel Anstrengung ruhiger, weniger gereizt und präsenter gemacht. Wenn sie nun vor ihren Kindern ans Handy geht, sagt sie ihnen, was sie vorhat – beispielsweise eine Banane auf die Einkaufsliste zu setzen.
Auch die Beziehung zu ihrem Mann habe sich verändert. Die beiden würden sich mehr austauschen und gegenseitig mehr ungeteilte Aufmerksamkeit geben. Früher hätten sie an gemeinsamen Abenden nur in ihre Handys gestarrt.
In Deutschland geht der Trend übrigens in die andere Richtung: Immer mehr Menschen nutzen soziale Medien für private Zwecke. 2025 nutzten 59 Prozent der 16- bis 74-Jährigen soziale Medien – 2021 waren es noch 47 Prozent.