Marko Arnautovic hat gegen Spanien sein letztes Spiel für die Nationalmannschaft absolviert – die Lücke die der Rekordnationalspieler hinterlässt, ist groß. Die Wunschlösung ist klar: Ein "Junger" soll ihn beerben. Teamchef Ralf Rangnick sieht dafür allerdings kaum Möglichkeiten – und spricht offen über ein Nachwuchsproblem.
"Wenn nicht irgendwo einer mit österreichischen Vorfahren auftaucht, den wir bisher nicht kennen, werden wir in zwei Jahren noch mit den Spielern spielen, die wir jetzt haben. Ich schaue viele Spiele der U17, U19, U21 – ich sehe niemanden, der in den nächsten zwei Jahren in die Fußstapfen treten könnte", erklärte der Deutsche.
Die Aussage überrascht, schließlich wird nach der WM bereits rund ein Drittel des aktuellen ÖFB-Kaders 30 Jahre oder älter sein. Die jüngsten Spieler im Aufgebot sind die beiden "Neuerwerbungen" Carney Chukwuemeka (22) und Paul Wanner (20). Einen großen Verjüngungsschub sieht Rangnick dennoch vorerst nicht.
Dem widerspricht ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel – er rechnet mit Veränderungen. "Ich denke schon, dass jetzt der Zeitpunkt ist, jüngere Spieler dazuzunehmen, die jetzt schon knapp dran waren, die auf Abruf waren und fast mitgefahren wären", erklärte Schöttel.
Gleichzeitig hofft der Sportchef, dass bis auf Arnautovic alle Leistungsträger weitermachen. "Weil es, glaube ich, notwendig ist, dass unsere Topspieler, die noch in einer guten körperlichen Verfassung sind, weiterspielen, um die Jungen auch nachzuführen."
Kapitän David Alaba hatte seine Zukunft im Nationalteam unmittelbar nach dem WM-Aus offengelassen. Sollten Routiniers zurücktreten, würden sich die Hierarchien automatisch verändern. "Aber diese Anzeichen habe ich jetzt eigentlich nicht", sagte Schöttel.