Künstliche Intelligenz soll den Menschen helfen, aber nicht zur Gefahr werden. Das erklärte Digitalisierungs-Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) jetzt bei der internationalen KI-Konferenz "UN Global Dialogue on AI Governance" in Genf.
Pröll vertrat dort Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP). Er griff die Warnung von UNO-Generalsekretär António Guterres auf und machte sich für ein internationales Regelwerk zur Nutzung von KI stark.
Grundlage der Genfer Debatte ist der erste wissenschaftliche UNO-Bericht zu Künstlicher Intelligenz. Fachleute aus allen Weltregionen zeigen darin Chancen und Risiken auf. Die zentrale Aussage: Bestehende Schutzmechanismen können mit dem Tempo der KI-Entwicklung nicht mithalten.
„KI kennt keine Grenzen, also brauchen die Regeln dafür eine globale Antwort.“Alexander PröllDigitalisierungs-Staatssekretär (ÖVP)
"Künstliche Intelligenz verändert unsere Gesellschaft tiefgreifend. Genau deshalb braucht es jetzt einen verbindlichen internationalen Rahmen", sagt Pröll. Warten sei keine Option: "Wenn wir warten, bis alle Auswirkungen des Berichts restlos belegt sind, ist es für ein wirksames Handeln womöglich zu spät. KI kennt keine Grenzen, also brauchen die Regeln dafür eine globale Antwort."
Besonders wichtig ist Pröll der Schutz von Kindern. Österreich unterstützt deshalb gemeinsam mit 16 weiteren Staaten und sechs internationalen Organisationen eine von Frankreich und Spanien gestartete Koalition für Kinderrechte im KI-Zeitalter.
Diese soll Kinder vor Manipulation, Deepfakes, schädlichen Inhalten und Missbrauch schützen. Auch Anbieter von KI-Anwendungen sollen klarer in die Pflicht genommen werden.
„Kinder müssen geschützt werden, bevor Algorithmen ihr Denken und Verhalten prägen.“Alexander PröllDigitalisierungs-Staatssekretär (ÖVP)
"Jedes Kind hat das Recht, in einer sicheren digitalen Umgebung aufzuwachsen, zu lernen und sich frei entfalten zu können – ohne Angst vor Missbrauch oder Ausbeutung", erklärt Pröll. Die Koalition bringe Staaten, die UNO, Zivilgesellschaft und Bildungseinrichtungen zusammen, "um Kinderschutz zu einem festen Bestandteil globaler KI-Regeln zu machen".
Österreich sieht sich dabei als Vorreiter. National wurde bereits ein Mindestalter für soziale Medien auf den Weg gebracht. Nun soll der Kinderschutz auch international stärker verankert werden.
"Dieser Weg ist kein Ausdruck von Technikfeindlichkeit, sondern beruht auf der Überzeugung, dass Kinder geschützt werden müssen, bevor Algorithmen ihr Denken und Verhalten prägen", sagt Pröll. Sein klares Fazit: "Der Schutz von Kindern darf nicht allein den Kräften des Marktes überlassen werden."
Am Rande der Konferenz sprach Pröll zudem mit der irischen KI-Ministerin Niamh Smyth über ein mögliches Social-Media-Verbot für Jugendliche auf europäischer Ebene. Irland hat seit 1. Juli 2026 den EU-Ratsvorsitz und kann die digitale Agenda in den kommenden Monaten stark mitprägen.
Den Besuch in Genf nutzte Pröll des Weiteren für einen Besuch der Kernforschungseinrichtung CERN, wo er sich mit dort arbeitenden österreichischen Wissenschaftlern austauschte.