Personelle Änderung bei der Kanzler-Partei. Erst stieg Ernst Gödl im Mai zum VP-Klubchef aus, nun sorgt der Rücktritt von Generalsekretär Nico Marchetti für die nächste Rochade in der Lichtenfelsgasse.
Auf den Favoritner folgt mit 1. August der ehemalige Wiener Landtagsabgeordnete Markus Gstöttner (39). Der ehemalige McKinsey-Partner gilt als enger Vertrauter von Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz, den er in seiner Wirtschaftspolitik beraten hatte. Außerdem diente Gstöttner bereits unter Alexander Schallenberg (stellvertretender Kabinettschef) und Karl Nehammer (Kabinettschef). Im Jänner 2026 beauftragte ihn Bundeskanzler Stocker mit der Leitung der Stabsstelle Reformpartnerschaft.
"Mir liegt die feine Klinge mehr als der Bihänder", erklärte Marchetti in seinem Abschieds-Statement in sozialen Medien. Welches Leitmotiv wählt Gstöttner: "Im Inhalt der Bihänder, im Ton die feinere Klinge", sagte er bei seiner Präsentation am Mittwoch. Der 39-Jährige kündigte einen sachlich harten, aber respektvoll geführten politischen Wettbewerb an. Er wolle viel im Land unterwegs sein und mit den Menschen reden.
Gleichzeitig ordnete Gstöttner seine Rolle als Generalsekretär ein: Er werde als Parteimanager den Schwerpunkt auf Finanzen und Kommunikation legen sowie eine "unermüdliche Drehscheibe zwischen den unterschiedlichen Teilen der Volkspartei" sein.
Bundeskanzler Stocker läutete mit der Ernennung Gstöttners eine "Phase der Mobilisierung" ein. Der Wiener soll vor den kommenden Wahlen die Kampagnenfähigkeit stärken. Auf Nachfrage, was hinter der sperrig klingenden Aufgabe steckt, hielt sich der Kanzler bedeckt. Jeder wisse, was eine Kampagne ist, entgegnete Stocker.
"Die ÖVP ist eine Mitte-Rechts-Partei", antwortete er auf die Frage, ob die Volkspartei unter Gstöttner ihren "Mitte-Links-Kurs" verlassen werde. Maßnahmen wie die Senkung von Lohnnebenkosten und das Aussetzen des Familiennachzugs würden diesen Kurs bestätigen.
Der VP-Chef zeigte sich zuversichtlich und betonte, dass Gstöttner der richtige Mann für den richtigen Posten sei.