Die hohen Temperaturen in Österreichs Klassenzimmern sorgen für viel Diskussion über den Schulbetrieb im Sommer. Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) kündigte daher einen Hitzegipfel an.
Die Ergebnisse präsentierte der Minister am Mittwoch gemeinsam mit Andreas Schaffhauser, Generaldirektor der GeoSphere Austria. "Solche Hitzewellen werden zukünftig heißer, häufiger, dauern länger und treten deutlich früher im Jahr auf", warnt Schaffhauser. "Wir müssen uns darauf bestmöglich vorbereiten."
An vielen Schulen wurden Temperaturen von mehr als 30 Grad in den Klassenräumen gemeldet. Für Wiederkehr war dies ein "Weckruf". Er kündigte den Aktionsplan "Coole Schule" an. Dieser soll im Laufe des Sommers ausgearbeitet werden und die Gesundheit der Kinder schützen sowie den Unterricht auch bei Hitze gewährleisten.
Je nach Temperatur sollen verschiedene Maßnahmen zur Anwendung kommen. Als Grundlage wird die Hitzewarnstufen-Skala der GeoSphere Austria verwendet. Ab Warnstufe 2 kann auf körperliche Anstrengung verzichtet werden. Zudem können schriftliche Leistungsfeststellungen verschoben oder abgesagt werden.
Ab Warnstufe 3 sind längere Pausen, eine Verkürzung der Unterrichtsstunden oder ein früherer Unterrichtsschluss möglich. Schüler dürfen dann mit Erlaubnis der Eltern sogar zu Hause bleiben. In der zweiten Sekundarstufe besteht zudem die Möglichkeit, auf Distance Learning umzustellen.
Für den Minister ist dabei die Autonomie der Schulen entscheidend. "Jede Schule ist unterschiedlich, Flexibilität zu schaffen ist daher sehr wichtig", so Wiederkehr. Die Schulen können daher selbst entscheiden, welche Maßnahmen umgesetzt werden. Der Bildungsminister betont zudem, dass die Betreuung an den Schulen jederzeit sichergestellt sein werde. Ein entsprechender Gesetzesvorschlag soll im Parlament vorgelegt, und rasch beschlossen werden.
Langfristig setzt Wiederkehr auf Investitionen in die Schulgebäude. Notwendig seien unter anderem der Einbau von Jalousien, der Austausch von Fenstern, mehr Begrünung, Nachtlüftungssysteme sowie die Klimatisierung besonders betroffener Räume.
Eine gesetzliche Regelung für Hitzefrei soll es nicht geben. Das Problem würde damit nur an die Familien weitergegeben werden, so Wiederkehr. Zudem herrschten zu Hause meist ähnliche Raumbedingungen wie in den Schulen. Eine Vorverlegung der Sommerferien soll mit den Bundesländern abgestimmt werden. Liegt ein entsprechender Beschluss vor, will Wiederkehr eine konkrete Ausarbeitung in Angriff nehmen.