Die anhaltende Hitzewelle bringt Österreichs Schulen zunehmend an ihre Grenzen. Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) spricht sich nun für eine gesetzliche Grundlage aus, damit bei extremen Temperaturen künftig österreichweit Hitzefrei möglich wird.
Der Minister verweist auf die hohen Temperaturen in vielen Klassenzimmern. Lehrkräfte berichten derzeit von mehr als 30 Grad während des Unterrichts. Aus Sicht Wiederkehrs brauche es deshalb sowohl kurzfristige als auch langfristige Maßnahmen.
Wiederkehr kündigt laut Medienberichten an, "so schnell wie möglich" einen Vorschlag für eine bundesweite Regelung vorzulegen. Ziel sei eine Lösung, die mit Experten abgestimmt werde und nur in Ausnahmefällen zur Anwendung komme. Gleichzeitig betont der Minister, dass die Betreuung der Kinder auch im Fall von Hitzefrei sichergestellt werden müsse.
Wie eine solche Regelung konkret aussehen könnte, ist noch offen. Denkbar seien unterschiedliche Modelle, etwa anhand der Raumtemperatur oder von Wetterprognosen. Auch regionale Unterschiede müssten berücksichtigt werden.
Neben Hitzefrei bringt Wiederkehr erneut eine Vorverlegung der Sommerferien ins Spiel. Den Vorschlag hatte zuletzt Wiens Bildungsstadträtin Bettina Emmerling gemacht.
Der Minister verweist darauf, dass es im Juni inzwischen deutlich mehr Hitzetage und warme Nächte gebe als früher. Eine Vorverlegung der Sommerferien würde aus seiner Sicht im Durchschnitt für eine spürbare Entlastung sorgen.
Voraussetzung sei allerdings, dass alle Bundesländer zustimmen. Unterschiedliche Ferienregelungen wolle er vermeiden. Sollte es eine Einigung geben, könne die Änderung "so schnell wie möglich" umgesetzt werden.
Eine Verlängerung der Sommerferien lehnt Wiederkehr hingegen ab. Österreich habe bereits lange Ferienzeiten. Eine weitere Ausdehnung würde die Zeit zwischen Sommer- und Herbstferien verkürzen und damit aus seiner Sicht negative Folgen für den Lernerfolg der Schüler haben.
Langfristig setzt der Minister vor allem auf bauliche Maßnahmen. Es brauche bessere Lüftungs- und Kühlsysteme sowie mehr Beschattung in den Schulen.
Der Bund investiere dafür nach seinen Angaben jährlich 500 Millionen Euro. Zusätzlich seien 50 besonders hitzebelastete Bundesschulen für rasche Maßnahmen ausgewählt worden.
Gleichzeitig räumt Wiederkehr ein, dass früher stärker in die Ausstattung der Schulen hätte investiert werden sollen. Angesichts von mehr als 6.000 Schulen in Österreich werde die Modernisierung jedoch Zeit in Anspruch nehmen.