Die Diskussion über einen früheren Beginn der Sommerferien gewinnt an Dynamik. Nachdem der Vorschlag zuletzt aus Wien und Kärnten gekommen war, zeigen sich nun auch ÖVP und SPÖ offen für eine Prüfung.
Auslöser der Debatte sind die hohen Temperaturen in vielen Klassenzimmern. Wiens Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos) hatte die Diskussion vergangene Woche angestoßen. Bildungsminister Christoph Wiederkehr bezeichnete den Vorstoß bereits damals als "interessant".
Auch das Bildungsministerium schließt Änderungen mittlerweile nicht aus. Der Vorschlag müsse "natürlich geprüft und mit allen Beteiligten auf die Möglichkeit der Umsetzbarkeit abgestimmt werden", hieß es aus dem Ressort. Die Gespräche dazu seien bereits im Gange.
SPÖ-Bildungssprecher Heinrich Himmer sprach sich dafür aus, einen früheren Ferienbeginn ernsthaft zu prüfen. In vielen Schulen seien die Temperaturen inzwischen kaum noch zumutbar. "Ende Juni ist es heißer als Anfang September, daher sollten wir ganz pragmatisch überlegen, den Beginn der Sommerferien und den Schulstart künftig vorzuverlegen", erklärte er.
Zugleich forderte Himmer, Schulen besser gegen Hitze zu rüsten. Vom Bildungsministerium verlangte er für den kommenden Sommer einen "Hitzeschutz-Plan" mit klaren Vorgaben etwa zu Unterrichtszeiten, Lernformen und Prüfungen.
Auch ÖVP-Bildungssprecher Nico Marchetti zeigte sich gesprächsbereit. "Neben der notwendigen Verbesserung der Schulgebäude verschließen wir uns grundsätzlich keiner Diskussion im Sinne der Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte", erklärte er. Gleichzeitig warnte er davor, dass ein kurzfristig vorgezogener Ferienbeginn viele Familien vor Betreuungsprobleme stellen könnte.
Unterstützung für bauliche Verbesserungen kommt auch von der Bundesschülervertretung und dem Pflichtschul-Elternverband. Beide fordern unter anderem eine bessere Ausstattung der Schulen, etwa mit Klimageräten.
Die Lehrergewerkschaft bleibt hingegen skeptisch. Deren Vorsitzender Paul Kimberger verwies darauf, dass auch Ende August oder Anfang September erneut Hitzewellen auftreten könnten. Statt einer Verschiebung der Ferien brauche es daher vor allem "klimafitte" Schulen.