In Zukunft sollen Lehrerinnen und Lehrer in ihren Klassen kontrollieren, ob das Kopftuchverbot eingehalten wird. Bei einem Verstoß gilt: sofortige Meldung an die Direktion. Halten sich die Lehrkräfte nicht an das Protokoll, drohen schwere Strafen. Die Kommunikation des Bildungsministeriums sei laut dem Vorsitzenden der Lehrergewerkschaft, Paul Kimberger, in dieser Situation "völlig daneben".
Ab 1. September 2026 gilt die neue Bestimmung zum Kopftuchverbot an Österreichs Schulen. Unter 14-jährigen wird es demnach untersagt, "das Haupt nach islamischen Traditionen" zu verhüllen. "Es gibt schlimme Rückmeldungen seitens der Lehrer", beschreibt Kimberger die Stimmung nachdem bekannt wurde, dass Lehrkräfte die Einhaltung in den Klassen selbst kontrollieren müssen. Die größte Angst: "Dass wir mit der Umsetzung dieses Verbotes und der Kontrollen alleine gelassen werden", so der Vorsitzende der Gewerkschaft. Wieder einmal versuche die Politik, ein Problem, das sie nicht selbst lösen könne, auf die Schulen abzuschieben, meint er.
Für Kimberger besonders bedenklich: "Wie hier mit den Lehrerinnen und Lehrern oder den Direktorinnen und Direktoren umgegangen wird, ist absolut deplatziert", wettert er. Man tue bereits alles, um alle Schülerinnen und Schüler so gut wie möglich zu unterstützen – alleine gelinge das jedoch kaum.
Es brauche dringend mehr Schulpsychologinnen und Schulpsychologen oder Sozialarbeiter, um jenen Mädchen, die zum Tragen eines Kopftuchs gezwungen werden, wirklich zu helfen. "Wenn ein Vater seine siebenjährige Tochter dazu zwingt, wird eine Volksschullehrerin nur bedingt etwas ausrichten können", nennt Kimberger ein fiktives Beispiel.
Erstatten Lehrende in Zukunft keine Meldung über Verstöße gegen das Kopftuchverbot, können die Konsequenzen schwerwiegend sein. Pragmatisierten Kolleginnen und Kollegen drohen Disziplinarverfahren, Vertragslehrerinnen und -lehrer müssen mit Sanktionen von Ermahnungen bis hin zur Entlassung rechnen.