Die – durchaus sehr ideologische – Budgetrede von Markus Marterbauer wirkt innenpolitisch nach. Speziell bei der Kanzlerpartei sorgt der Sager "Danke für nichts" des roten Finanzministers für Ärger. Er hatte damit die hohen Ausgaben der schwarz-grünen Vorgänger-Regierung gegeißelt.
Generalsekretär Nico Marchetti rechnet nun im "Heute"-Gespräch mit dem SP-Ressortchef ab: "Marterbauer ist am linken Auge blind. Die SPÖ hat selbst bei Milliarden-Paketen während der Pandemie mitgestimmt, als AK-Experte hat er damals sogar noch mehr gefordert." Sein "Danke für nichts" sei "eine Blendgranate".
Blendgranate für? "Den für ihn ideologisch schwer verdaulichen ÖVP-Erfolg der Lohnnebenkostensenkung", mutmaßt Marchetti.
Beim Thema Schulden verweist er auf das rot-regierte Wien, das er als "Schuldenmeister der Republik" sieht. "In den letzten sechs Jahren haben sich die Schulden der Stadt auf 15 Milliarden Euro verdoppelt und sollen sich bis zum Jahr 2030 nochmals auf 29,4 Milliarden Euro knapp verdoppeln". An Wien sei von Marterbauer "kein Wort der Kritik zu hören".
Eine klare Ansage aus der Lichtenfelsgasse gibt es auch beim Sprit: "Bei diesen hohen Rohölpreisen jetzt übers Aus für das Dieselprivileg zu reden, ist völlig abgehoben – ein Schlag ins Gesicht für jeden Pendler und jede Familie, die aufs Auto angewiesen sind", so Marchetti.