Aus Brandschutzgründen

Trotz Rekord-Hitze – Ventilatoren-Verbot an Schulen

Die Temperaturen in Wiens Klassenräumen steigen auf bis zu 35 Grad. Dennoch sind Standventilatoren oder mobile Klimageräte verboten.
Wien Heute
28.06.2026, 07:00
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Die aktuelle Hitzewelle bringt nicht nur Wien, sondern auch zahlreiche Schulen an ihre Grenzen. In sozialen Netzwerken berichten Lehrerinnen und Lehrer von unerträglichen Temperaturen in den Klassenräumen – und kritisieren strenge Vorgaben bei der Beschattung und Kühlung.

Laut Melanie Rössler, Personalvertreterin der FSG-Pflichtschulvertretung, wurden an Wiener Pflichtschulen zuletzt zur Mittagszeit Raumtemperaturen zwischen 30 und 35 Grad gemessen. Die Angaben stützen sich auf eine Schnellumfrage unter mehr als 150 Schulen. Auch für Montag und Dienstag werden wieder Rekord-Temperaturen erwartet.

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Über Nacht geöffnete Fenster nur per Antrag

Viele Lehrer, Lehrerinnen und auch Schulleitungen wollen Maßnahmen setzen, doch die Stadt erschwert die Durchführung. So dürfen etwa Fenster nicht einfach so in der Nacht geöffnet oder gekippt werden – auch nicht in den oberen Stockwerken. Dafür muss etwa ein Extra-Antrag bei der MA 56 (Wiener Schulen) gestellt werden.

"Die Wiener Pflichtschulen sollten sich vor der Anwendung einer Nachtlüftung an uns wenden, damit wir einerseits Bescheid wissen und gegebenenfalls auch noch davor Veranlassungen, beispielsweise mit dem Schulwart treffen können. Informiert bzw. beantragt haben dies seit dem vergangenen Jahr nur rund 21 Standorte von insgesamt über 400", MA-56-Leiterin Andrea Trattnig.

Gewitter im Auge behalten

Wird der Antrag genehmigt, "können die Fenster  außerhalb des Schulbetriebs geöffnet bleiben, um die kühle Nachtluft herein- und durchziehen zu lassen. Wichtig hierbei ist nur, dass aus Sicherheitsgründen ein besonderes Augenmerk auf das Erdgeschoss gelegt wird und das Gewitterprognosen im Auge behalten werden", meint Trattnig.

Auch UV-Schutzfolien oder Außenrollos dürfen nicht eigenständig organisiert oder montiert werden: "Entsprechende Anliegen werden über die Schulleitungen eingebracht, vor Ort geprüft und in Abstimmung mit den Bezirken umgesetzt", so Trattnig.

Klimageräte und Ventilatoren sind verboten

Mobile Klimageräte und Stand- und Deckenventilatoren können zudem nicht genehmigt werden: "Als MA 56 sind wir verpflichtet, sicherheits- und brandschutztechnische Anforderungen einzuhalten. Mobile Klimageräte etwa erzeugen eine zusätzliche Brandlast, können Fluchtwege einschränken, ihr Betrieb erfordert eine Abluftführung über geöffnete Fenster, was im laufenden Unterricht nicht umsetzbar ist, und sie verursachen einen Lärmpegel, der den Schulbetrieb beeinträchtigen kann", heißt es.

Auch private Geräte dürfen nicht einfach verwendet werden: "Fremdinventar – also Geräte, die nicht durch die Stadt beschafft und gewartet werden – kann zudem nicht ins offizielle Schulinventar aufgenommen werden, weil damit Haftungs- und Wartungspflichten verbunden sind, die rechtlich klar geregelt sein müssen", meint Trattnig. Mobile Handventilatoren seien hingegen jederzeit erlaubt.

Finanzierung durch Schulsanierungspaket

Bei Schul-Neubauten setzt Wien nach eigenen Angaben bereits seit Jahren auf außenliegende Beschattung, Begrünung sowie moderne Temperierungssysteme wie Geothermie und Bauteilaktivierung.

Auch bei Sanierungen von Bestandsschulen werden laut Trattnig Hitzeschutz-Maßnahmen umgesetzt, soweit dies technisch und aus Sicht des Bundesdenkmalamts möglich ist: "Die Möglichkeiten zur Nachrüstung bestehender Gebäude sind jedoch oftmals durch bautechnische, finanzielle und ökologische Rahmenbedingungen begrenzt."

Organisatorische Maßnahmen zur Entlastung

Um den Bezirken finanzielle Unterstützung bei der Umsetzung von Hitzeschutz-Maßnahmen zu ermöglichen, wurden zuletzt im April beschlossen, diese in die Mitfinanzierung durch das Schulsanierungspaket II aufzunehmen: "Dadurch können diese Maßnahmen im Bezirk zu 40 Prozent aus Mitteln des Zentralbudgets mitfinanziert werden", führt Trattnig aus.

Die Stadt räumt ein, dass die aktuelle Hitzewelle Schulen massiv belastet. "Organisatorische Maßnahmen können dabei schnell Entlastung schaffen. Viele Standorte nutzen daher vor allem jetzt nach Abschluss der Notenkonferenz die Möglichkeit Tagesausflüge zu organisieren", so Trattnig abschließend.

{title && {title} } red, {title && {title} } 28.06.2026, 07:00
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