Was haben Corona und die Pest gemeinsam?

Die aktuelle Pandemie wird immer wieder mit der Pest in Verbindung gebracht. Verbindungen sind teilweise sogar erkennbar.
Im Mittelalter war der "schwarze Tod" beinahe allgegenwärtig. Innerhalb von sieben Jahren forderte die Pest 25 Millionen Todesopfer. Zur damaligen Zeit war das ein Drittel der damaligen Bevölkerung. Was aber im 14. Jahrhundert begonnen hat, endete dort nicht. Bis ins 18. Jahrhundert gab es immer wieder Wellen, welche alle 10 bis 15 Jahre wiederkamen.

Bei der Pest handelt es sich wie bei Corona um eine Infektionskrankheit, die auch unter anderem über Tröpfcheninfektion übertragen werden kann. Ebenfalls wird die Lunge befallen, es kommt zu Fieber und Schüttelfrost. Die Inkubationszeit bei der Pest beträgt allgemein bist zu sieben Tagen. Doch in seltenen Fällen können Symptome schon nach wenigen Stunden auftreten.

Ähnlichkeiten sind sichtbar



CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Teilweise kehrt die "schwarze Pest" auch gesellschaftlich wieder zurück. Denn bereits damals beschrieb der italienische Schriftsteller Giovanni Boccaccio, dass "die Lebenden Feste feiern". In der damaligen Zeit aus dem Grund, weil sie nicht wussten, ob sie den nächsten Tag noch erleben werden.

Die Pest ist auch deshalb gerade Thema, weil wir ihr die Strategien für die Corona-Bekämpfung zu verdanken haben. Im 14. Jahrhundert durften Schiffe nämlich nicht direkt bei Venedig anlegen. Die Besatzung musste 40 Tage lang ausharren, bevor sie an Land durften. Quaranta bedeutet auf deutsch vierzig. Heute sagen wir dazu Quarantäne.

Historiker Herbert Riesner sieht die Ähnlichkeiten, wie er in einem Interview mit den "OÖ-Nachrichten" erwähnt: "Es ist ein interessanter Vergleich zwischen Pest und Corona. Durchaus bestehen Ähnlichkeiten in den Strategien der Bekämpfung. Wir sind nicht die Ersten, die so drastische Maßnahmen erleben, und wir werden auch nicht die Letzten sein".

Medizinhistoriker Flurin Condrau sieht die Sache ein wenig anders. Dem "SRF" sagte er, dass die Pest ganz andere Dimensionen hatte. Allein schon aufgrund der Todesfälle. Jedoch betont er auch, dass man die Pest bereits 700 Jahre lang erforscht. Bei Corona ist man erst am Anfang.

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