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Was ist mit Erdogan los? Er sagt nächsten Auftritt ab

Kurz vor der so wichtigen Präsidentenwahl in der Türkei ist Amtsinhaber Erdogan erkrankt. So stark, dass er reihenweise Auftritte absagen muss.

Nicolas Kubrak
Der türkische Präsident Recep Erdogan muss wegen einer Erkrankung vermehrt Termine absagen.
Der türkische Präsident Recep Erdogan muss wegen einer Erkrankung vermehrt Termine absagen.
via REUTERS

Wie krank ist Recep Tayyip Erdogan wirklich? Diese Frage stellt sich gerade die gesamte Türkei. Der amtierende Präsident kämpft aktuell nicht nur gegen seine politischen Konkurrenten, sondern auch gegen eine Krankheit. Nachdem er ein Fernsehinterview plötzlich abbrechen musste, vermuteten Medien, es könne sich sogar um einen Herzinfarkt gehandelt haben.

"Gesundheitszustand überaus gut"

Am Donnerstag dementierte der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca die Herzinfarkt-Gerüchte. Nach Angaben des Ministers befinde sich Erdogan auf dem Weg der Besserung: "Sein Gesundheitszustand ist überaus gut", sagte er. Der Präsident habe sich eine Magen-Darm-Entzündung zugezogen.

Am selben Tag zeigte sich Erdogan in einer Videoschaltung mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, in der er blass wirkte. Anlass war die Zeremonie zur Anlieferung von Brennstäben für das erste türkische Atomkraftwerk im südtürkischen Akkuyu. Die Veranstaltung hätte einer der Höhepunkte von Erdogans Wiederwahlkampagne werden sollen.

Nächster Auftritt abgesagt

Nun setzt der türkische Präsident seinen Wahlkampf schon den dritten Tag infolge nur eingeschränkt fort. Der 69-Jährige verzichtete am Freitag auf einen weiteren persönlichen Auftritt bei der Einweihung einer Brücke im südtürkischen Adana, wie aus seinem Programm hervorging. Er sollte sich aber per Video aus seinem Büro zuschalten. Erdogan wirbt bei Einweihungen und Eröffnungen in der Regel für seine Wiederwahl am 14. Mai.

Verliert Erdogan die Macht?

Die Erkrankung kommt an einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Umfragen zufolge zeichnet sich bei den Wahlen ein Kopf-an-Kopf Rennen zwischen Erdogan und seinem stärksten Herausforderer, dem Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu ab. Erdogan betrieb bisher einen intensiven Wahlkampf und absolvierte in der Regel drei Auftritte vor Publikum an einem Tag. Am Donnerstag startete die Stimmabgabe für die gut drei Millionen Auslandstürken, bei denen Erdogan und seine islamisch-konservative AK-Partei traditionell starken Rückhalt haben. In Österreich sind nach Angaben der türkischen Botschaft rund 108.000 Menschen stimmberechtigt

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