Wegen Corona: Tierheim-Bewohner sind heiß begehrt

Immer mehr Menschen rufen während Corona im Tierheim an, wollen ein Haustier.
Immer mehr Menschen rufen während Corona im Tierheim an, wollen ein Haustier.Patricia Koppenberger
Neues Corona-Phänomen: Während der Pandemie stehen die Telefone in den OÖ-Tierheimen kaum mehr still. Alle wollen die "Lockdown"-Hunde und Katzen.

Lockdown, Kurzarbeit und Home-Office - während der Corona-Pandemie haben viele Menschen viel mehr Zeit als zuvor. Das bekommen vor allem die Tierheime in Oberösterreich zu spüren.

Bei den Mitarbeitern laufen die Telefone heiß. Der Wunsch ist bei allen stets der gleiche: "Wir haben jetzt Zeit und würden uns gerne ein Haustier nehmen."

Karin Binder, Leiterin im Tierheim Freistadt, verrät im Gespräch mit "Heute": "Bei uns hat sich die Zahl der Anfragen in der Corona-Zeit verdoppelt. Wir erhalten zwischen 50 und 100 Anrufe pro Tag. Bei den meisten davon geht es um eine Tier-Vergabe."

Viele der Interessenten machen keinen Hehl daraus, dass sie derzeit einfach eine Beschäftigung suchen und deshalb ein Tier haben möchten. "Bei mir haben schon Mütter angerufen und gemeint, ihre Kinder sind zu Hause und ihnen sei langweilig. Deshalb möchten sie einen Hund oder eine Katze haben", schüttelt Binder den Kopf.

Aber so einfach bekommt man natürlich kein Tier. "Wir schauen schon genau, wo die Tiere hinkommen. Wir wollen ja nicht, dass sie in wenigen Wochen oder Monaten wieder zurückgebracht oder sogar ausgesetzt werden", sagt Lydia Just aus dem Tierheim in Linz.

530 Katzen in Linz vergeben

Dort wurden im abgelaufenen Jahr 530 Katzen und 76 Hunde vergeben. Laut Stadt Linz stieg die Zahl der Hunderegistrierungen von 6.643 (Stand: 31.12.2019) um 146 auf 6.789 (31.12.2020) Anmeldungen.

Am beliebtesten sind natürlich Katzenbabys und Hundewelpen. Laut den Tierfreunden ist dies aber unabhängig von Corona. "Die Tierbabys sind immer am begehrtesten. Wir haben aktuell sieben Welpen, die bald vergeben werden. Diese sind aber schon längst reserviert", weiß Binder. 

Auch im Welser Tierheim (dort dürfen im Gegensatz zu Linz und Freistadt unter strengen Auflagen im Lockdown Tiere vergeben werden) ist die Situation ähnlich. In der Messestadt gab es deutlich mehr Anfragen nach Haustieren. "Bei uns hat jemand nach einer bestimmten Hunderasse angefragt. Da wir diese nicht hatten, hätte er dann plötzlich eine Katze haben wollen. Man merkt, dass es viele nicht ernst mit den Tieren meinen", so Leiterin Barbara Ogris. 

Die Tierfreunde haben Bedenken, dass viele sich bei Zuchtverbänden oder unseriösen Händlern aus dem Internet einen Hund besorgen. "Wenn es sie dann nach einigen Monaten nicht mehr interessiert oder sie keine Zeit mehr haben, landen diese Hunde erst recht wieder in einem Tierheim", schüttelt Binder den Kopf.

Da der harte Lockdown noch mindestens bis 8. Februar andauert, werden wohl auch die Anrufe in den Tierheimen in den nächsten Tagen und Wochen nicht weniger...

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account mip Time| Akt:
TiereFreistadtCoronavirus

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen